Apotheken-Wolf und Rx-Wundertüte

Aprilscherze aus der Apotheke

, Uhr aktualisiert am 01.04.2026 16:10 Uhr
Berlin -

Auch in diesem Jahr haben sich Apothekenteams einiges einfallen lassen, um ihre Kundschaft in den April zu schicken. Von einzigartigen Jobs über Medikationsplan-Tätowierungen und Wolfssichtungen in der Apotheke ist alles dabei.

„Heute ist der Fall in Berlin eingetreten, der wir alle bis vor kurzem noch für unmöglich gehalten haben. Ein Wolf verirrt (‘?‘) sich in unserer Stadt“, berichtet Christian Melzer aus der Easy-Apotheke Adlershof. „Wir staunten nicht schlecht, waren aber zum Glück durch die gestrige Berichterstattung gut vorbereitet, als in den frühen Morgenstunden ein Wolf die Apotheke betrat.“

„Wir nahmen Rücksicht, boten weder Beratung noch Nahrungsergänzungsmittel an und konnten nach circa 2 Minuten wieder aufatmen.“ Der Wolf habe die Apotheke genauso unvermittelt wieder verlassen wie er erschienen war. „Ein Erlebnis, welches allen, die Zeuge sein durften, wohl in ewiger Erinnerung bleiben wird.“

Tätowierservice für Vergessliche

Aber das ist noch längst nicht alles. Die Nord-Apotheke in Oberhausen will seiner Kundschaft auf Instagram einen einzigartigen Service anbieten. „Haben Sie auch schon mal ihre Dosierung vergessen? Dank unseres neuen Service hat das ein Ende.“ Den Einnahmeplan gebe es ab sofort bei Bedarf direkt auf die Haut, „gestochen von unserem vertrauenswürdigen Fachmann in hygienischer Umgebung“.

Das beste am Service: „Korrekturen sind bei uns ein Jahr kostenlos!“

Ein einzigartiger Arbeitsplatz

Die Mons-Tabor-Apotheke in Montabaur bietet einen „einzigartigen Arbeitsplatz“ an. Sie sucht „neue Mitarbeiter (m/w/d), die Lust haben, unsere Produkte direkt im Schaufenster zu präsentieren – ja, wirklich!“ Geboten werden eine übertarifliche Bezahlung sowie jede Menge Spaß und Aufmerksamkeit. „Wir freuen uns auf kreative Köpfe, die unser Schaufenster zum Leben erwecken!“

Gegen die Arzneimittelverschwendung

Die Goethe-Apotheke in Linden hat ihre Kundschaft heute mit einem völlig neuen Servicekonzept überrascht: „Ab sofort sind wir auch bei Too Good To Go dabei.“ Ab sofort können sich Kundinnen und Kunden „Überraschungstüten mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln oder Kühlartikeln sichern, die kurz vor oder nach dem Verfall stehen“.

Das sei Sparen und Arzneimittelrettung in einem: „Nachhaltigkeit war noch nie so einfach!“ Die Bestellung gelingt bequem per App – aber nur solange der Vorrat reicht.

Pilot:innen im Homeoffice gesucht

Die denkmalgeschützte Apotheke Peer in Brixen in Italien plant, Medikamente künftig per Drohne direkt aus dem Warenlager zur Kundschaft zu fliegen – vollautomatisch und rund um die Uhr.

Ein Medikamentenroboter kommissioniert die Bestellung, verpackt sie und übergibt sie direkt an eine Drohne. Diese starte innerhalb weniger Sekunden und sei „schneller als jeder Botendienst“, betont das Apothekenteam. Mitinhaber Stephan Peer erklärt zum Projekt: „Wir wollten uns fragen: Was würde Amazon tun – und dann noch einen Schritt weiter gehen.“

Das absolute Highlight des Konzepts sei allerdings das neue Arbeitsmodell. Die Apotheke will Mitarbeiter:innen zu Drohnenpilot:innen im Homeoffice ausbilden. Gesteuert werde diese per Laptop – und optional mit Gaming-Controller. „Gerade für Kolleginnen und Kollegen mit Kleinkindern oder in Altersteilzeit ist das ideal“, erklärt Mitinhaber Florian Peer. Das Personal könne von zu Hause oder unterwegs arbeiten. „Effizienter geht es kaum.“

Auf dem Dach des Neubaus entstehe derzeit ein eigener Drohnenlandeplatz mit Ladezone und automatischer Startfreigabe. Interessent:innen könnten sich ab dem 1. April beim Apothekenteam melden. Insbesondere Pilot:innen würden gesucht. „Studien zeigen, dass Pilotinnen die Drohnen feinfühliger steuern und weniger kritische Situationen auftreten”, erklären die Brüder Peer. „Die finanziellen Vorteile, die sich bei der Versicherung für Pilotinnen ergeben, reichen wir gerne an unsere Mitarbeiterinnen weiter.”

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