Apotheker ohne Grenzen

Apothekerin: Abschied aus Rumänien

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Berlin -

Apothekerin Michaela Spöttl hat ihre Ukraine-Mission in Rumänien früher als geplant beendet. Aufgrund von Krankheitsfällen zu Hause reist die Inhaberin der Sonnen-Apotheke in Kressbronn wieder nach Deutschland. Doch der Einsatz von Apotheker ohne Grenzen (AoG) ist dort längst nicht beendet.

Seit Wochen organisieren AoG-Mitglieder in Nachbarländern der Ukraine, wie Krankenhäuser und Organisationen effizient mit Arzneimitteln beliefert werden können. Die Anfragen reißen nicht ab. Seit Ende März wurde mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine die medizinische Versorgung der Ukrainer:innen in vielen Orten nahezu zum Erliegen gebracht.

Kooperation mit Apotheken in Rumänien

Spöttl ist seit anderthalb Wochen in Cluj. Von hier aus arbeitet sie am Einkauf und der Logistik für die Belieferung vor allem für Kliniken in der Ukraine. Dabei kamen bereits einige Partnerschaften zustande. „Unseren Einkauf der Arzneimittel in Rumänien machen wir in Kooperation mit Apotheken, hier erhalten wir große Unterstützung von jungen, motivierten und sehr kompetenten Kolleginnen, die ebenfalls der ukrainischen Bevölkerung helfen möchten“, sagt sie.

Um die Bestellungen schneller abarbeiten zu können, seien Listen der am meisten nachgefragten Arzneimittel erstellt worden, die auch in Rumänien nachhaltig verfügbar seien, sagt sie. Allerdings gebe es Grenzen: Antibiotikasäfte für Kinder etwa seien in Rumänien schwer bis überhaupt nicht erhältlich, daher bietet es sich an, solche Bestellungen aus Deutschland zu bedienen.

Ganz lässt sie der Auslandseinsatz nicht los: Die Apothekerin wird eine Bestellung für eine Neugeborenenstation in Kiew mit nach Hause nehmen und von dort auf den Weg bringen. „Die angefragten Arzneimittel sind hier in Rumänien kaum erhältlich. Ich stehe schon im Kontakt mit meinem Großhandel, der mir bereits seine Unterstützung zugesagt hat“, freut sich Spöttl.

Apotheker:innen leisten „Enormes“

Ihr Ersatz sei bereits angereist: Der Apotheker Jochen Wenzel aus Mecklenburg-Vorpommern übernimmt. Er war seit Kriegsbeginn schon zweimal im Einsatz für AoG – in Polen und Rumänien. Spöttl freut sich, einen Beitrag geleistet zu haben. Die Apothekerin ist von dem Engagement der Hilfsorganistion und der Beteiligten berührt. Trotz Urlaub seien Ansprechpartner immer erreichbar gewesen – wie etwa AoG-Geschäftsführerin Eliette Fischbach. „Sie hat seit Beginn des Krieges Enormes geleistet.“

Von ihrem Auslandsaufenthalt nehme sie auch ein Motivationsboard einer Apotheke in Cluj mit. „Als Inspiration für mich, ebenso wie viele andere Eindrücke und Begegnungen. Ich bin sehr dankbar für diese Zeit in Cluj und wünsche dem Team Romania und AoG weiterhin viel Erfolg und Alles Gute“, sagt sie.

Viele Apothekenteams möchten den Menschen in der Ukraine und den vielen Flüchtlingen irgendwie helfen. Apotheker ohne Grenzen (AoG) hat eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um die Versorgung mit dringend benötigten Medikamenten zu ermöglichen.

Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V.
Deutsche Apotheker- und Ärztebank

BLZ: 300 606 01
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