Mit einem neuen Dienstleistungszentrum will Apotheker Florian Köster die Versorgung in Ducherow verbessern. Denn aktuell hat der 2000-Einwohner-Ort keine Apotheke. „Wir werden im Sparkassengebäude unter anderem eine Postfiliale einrichten“, freut sich Köster. Das Besondere: „Es wird ein Terminal aufgestellt, über das Rezepte eingelöst werden können.“ Zudem sei eine kleine Auswahl an Präparaten geplant, die nicht rezept- oder apothekenpflichtig sind.
In Ducherow hat vor mehr als drei Jahren die letzte Apotheke geschlossen. Seither waren die etwa 2000 Einwohner:innen auf die Versorgung durch aufgestellte Rezeptbriefkästen angewiesen. Die Situation soll nun durch ein neues Versorgungszentrum deutlich verbessert werden. In Zusammenarbeit mit Bürgermeister Martin Weitmann und Jens-Uwe Heiden, Vorsitzender des Gemeindeausschuss für Wirtschaftsförderung und Dorfentwicklung, will Köster ein Dienstleistungszentrum in einer Sparkassenfiliale einrichten. Stand jetzt sollen sich dort die Post und das Bürgermeisterbüro ansiedeln; auf eine Polizeistation wird noch hingearbeitet, die Sparkasse bleibt erhalten.
Am 2. Februar soll bereits die Eröffnung sein. „Die Idee kam abends beim Unternehmerstammtisch. Da wurde ich gefragt, ob ich dort nicht eine Postfiliale etablieren möchte“, berichtet Köster. „Mein erster Gedanke war, ich weiß doch nicht, wie Post geht. Mein zweiter: Dann lerne ich es.“ Die Überlegung, dort ein Terminal aufzustellen bestand bereits. „Aus meinem Umkreis wusste ich jedoch, dass Terminals, die in Supermärkten oder anderen Standorten aufgestellt wurden, nicht so richtig gut funktionieren.“ Köster erklärt dies durch die fehlende Anwesenheit von helfendem Personal. „In einer Postfiliale ist jedoch zu den Öffnungszeiten immer jemand zugegen, der erklären und zeigen kann, wie es funktioniert.“
Deswegen sei der Plan: „Eine Post mit zusätzlichem E-Rezept-Terminal, das aber auch Papierrezepte oder Packungen abfotografieren kann“, erklärt Köster. Die bestellten Medikamente werden dann von seiner Cothenius Apotheke in Anklam geliefert. Zudem sei der Standort optimal. „Eine Arztpraxis ist auch in der Nähe.“ Ebenso will Köster eine Liste auslegen, um den Bedarf der Ducherower abzufragen. „Ich denke da an alle Präparate, die nicht rezept- oder apothekenpflichtig sind. Zum Beispiel Pflaster, Tee und kleine Dinge für die Soforthilfe“, beschreibt er seine Idee. „Die Menschen können dort alles eintragen, was sie für nötig halten, und wir schauen dann, wie wir es umsetzen.“
Motiviert sei er auch durch die aktuelle Situation des Gesundheitsangebotes bei großen Supermärkten oder Drogerien. „Mich macht das regelmäßig wütend, wenn ich durch die Märkte laufe und sehe, was dort mittlerweile alles angeboten wird“, so Köster. Auf dem Land werde derzeit alles abgeschrieben. „Viele Einzelhändler machen dicht. Ich habe die Hoffnung, dass wir mit dem Versorgungszentrum die Politik auf den Förderungsbedarf solcher Projekte aufmerksam machen“, so der Apotheker. „Wir integrieren verschiedene Dienstleister in einem Gebäude, das sollte unterstützt werden.“
Köster denkt auch an die Zukunft. „Ich kann mir vorstellen, einen Sanitätsbedarf oder telepharmazeutische Leistungen anzubieten. Die Kapazität ist auf jeden Fall vorhanden.“ Zunächst möchte er sich auf den konkreten Bedarf der Menschen vor Ort konzentrieren. „Deswegen auch die ausgelegte Liste, denn ich möchte nicht am Bedarf vorbei planen.“
Gemeinsam mit seiner Frau betreibt Köster mehrere Apotheken unter anderem in Anklam, Usedom und Wolgast. Neben der Eröffnung des Dienstleistungszentrums in Ducherow ist für dieses Jahr geplant, dass in Ahlbeck seine beiden Filialen zusammen ins Ärztehaus ziehen. Im Sommer soll in Greifswald der Umbau der Stadt-Apotheke starten.