Nächster Spitzenbesuch bei Futrue: Nach dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) besuchte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) gemeinsam mit Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach und Fraktionschef Klaus Holetschek (beide CSU) die Unternehmensgruppe am Standort Gräfelfing. Im Mittelpunkt des Austauschs standen Cannabinoid-basierte Arzneimittel und Brain-Computer-Interfaces (BCI).
Das Futrue-Unternehmen Vertanical arbeite an einer neuen Klasse cannabinoidbasierter Schmerztherapeutika (Ver-01). „Unser Ziel ist eine Welt ohne chronische Schmerzen“, erklärt Dr. Clemens Fischer, Gründer und CEO von Futrue. „Millionen Patientinnen und Patienten sind heute auf Therapien angewiesen, die häufig nur begrenzt wirken und erhebliche Nebenwirkungen haben. Wir wollen zeigen, dass medizinische Innovation auch in Deutschland entstehen und weltweit Maßstäbe setzen kann.“
Chronische Schmerzen zählten weltweit zu den großen medizinischen Herausforderungen. Trotz Nebenwirkungen und Abhängigkeitsrisiken würden nach wie vor Opioide als Standardtherapie gelten und weltweit rund 250 Millionen Mal pro Jahr verordnet werden. Allein in Deutschland werden diese mehr als 18 Millionen Mal verschrieben. Mit der geplanten Zulassung des neuen Medikaments Exilby will Futrue Patienten eine wirksame und besser verträgliche Alternative zu Opioiden bieten. Studienergebnisse zeigen laut Unternehmen eine schnellere Schmerzreduktion bei besserer Verträglichkeit.
Das Unternehmen Futrue Neurosciences entwickelt Technologien, die eine direkte Schnittstelle zwischen Gehirn und Computer ermöglichen. Ziel seien implantierte Chips, die verlorene Funktionen wie Sehen, Kommunikation oder Mobilität wiederherstellen. Erste Systeme zeigten, dass sich Gedanken und Sprachintentionen in gesprochene Sprache übersetzen ließen.
Langfristig könnten Brain-Computer-Interfaces (BCI) neue therapeutische Möglichkeiten eröffnen, etwa um Querschnittsgelähmten Bewegung zu ermöglichen oder neue Formen der Mensch-Maschine-Interaktion zu schaffen. „Der nächste große Innovationsschub in der Medizin wird nicht aus klassischen Pharmalaboren kommen, sondern aus der Verbindung von Biologie, Technologie und Datenwissenschaft“, so Fischer. „Deutschland hat die Chance, in diesem Zukunftsfeld eine führende Rolle einzunehmen.“
Im Austausch mit Fischer und Mitgründerin Madlena Hohlefelder sei es insbesondere um die notwendigen Rahmenbedingungen für den Innovationsstandort Deutschland gegangen. Laut Futrue gab es Einigkeit, dass Investitionen, eine innovationsfreundliche Regulierung und strategische Zukunftsfelder für die internationale Wettbewerbsfähigkeit entscheidend seien.
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