Pharmahandelskonzerne

Walgreens: Da waren's nur noch 3

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Berlin -

Das hatten sich die Amerikaner vermutlich anders vorgestellt: Fünf Monate nach der Übernahme von Alliance Boots durch Walgreens gibt es im Vorstand nur noch wenige Vertreter der US-Apothekenkette. Die meisten Positionen hat Firmenchef Stefano Pessina mit Gefolgsleuten besetzt.

Zum 1. Juni tritt IT-Chef Timothy Theriault ab – aus persönlichen Gründen, wie es offiziell heißt. Theriault war im Oktober 2009 zu Walgreens gekommen. Seine Nachfolge tritt Anthony Roberts an, der mit Unterbrechung seit 2004 für Alliance Boots tätig war.

Damit kommen zuzüglich zu Chairman James A. Skinner nur noch drei der elf Vorstandsmitglieder von Walgreens: Politikchef Jeffrey Berkowitz, Personalchefin Kathleen Wilson-Thompson und Justiziarin Jan Stern Reed.

Zuletzt hatte Pessina seine langjährigen Weggefährten George Fairweather und Marco Pagni zum Finanzchef beziehungsweise Chefjuristen ernannt. Zusammen mit Großhandelschefin Ornella Barra, Boots-Chef Simon Roberts und Ken Murphy, der das weltweite Markengeschäft verantwortet, kommen damit sieben WBA-Vorstände von Alliance Boots.

Schon im Herbst 2013 wurde der langjährige Boots-Chef Alex Gourlay nach Deerfield bei Chicago geschickt, um den rund 8300 Filialen ein neues Profil und neuen Glanz zu verschaffen. Seitdem wird Walgreens nach dem Vorbild von Boots neu ausgerichtet.

Walgreens hatte im Sommer 2012 für 6,7 Milliarden US-Dollar zunächst 45 Prozent der Anteile an Alliance Boots übernommen, für den Rest wurde eine Option vereinbart. Dafür musste Walgreens zum Jahreswechsel noch einmal rund 5 Milliarden Dollar in bar sowie 144,3 Millionen Aktien auf den Tisch legen, was zu einem Gesamtpreis von knapp 16 Milliarden Dollar führte. Mit etwa 16 Prozent ist Pessina größter Einzelaktionär bei WBA.

Schon im Januar hatte der Konzernchef gezeigt, wohin die Reise geht und wenige Woche nach der Amtsübernahme das Infusionsgeschäft von Walgreens mehrheitlich an den Finanzinvestor Madison Dearborn verkauft. 4700 Mitarbeiter in den 89 Kliniken und 110 Behandlungszentren waren betroffen.

Außerdem soll das US-Geschäft massiv auf Effizienz getrimmt werden. Bis 2017 sollen weltweit eine Milliarde US-Dollar eingespart werden; bei Walgreens haben Pessina und sein Team zusätzliches Potenzial von 500 Millionen Dollar entdeckt. 200 Filialen sollen dauerhaft aufgegeben werden, außerdem sollen Verwaltung, Infrastruktur und die Prozesse in den Geschäften reorganisiert werden.

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