Schlafmittel und Kosmetik

Versandapotheken 2021: La Roche-Posay wächst um 31 Prozent

, Uhr
Berlin -

2021 war kein herausragendes Jahr für die Versandapotheken. Zwar konnte nach dem Ausnahmejahr 2020 das Geschäft noch einmal ausgebaut werden, allerdings lag das Wachstum deutlich unter dem der vergangenen Jahre. Einige Kategorien boomten allerdings, wie eine Analyse des Marktforschungsunternehmens DatamedIQ zeigt. Und eine Marke legte besonders stark zu.

Die Zahlen für den nicht verschreibungspflichtigen Bereich:

  • Umsatz insgesamt: 11,9 Milliarden Euro – plus 2,2 Prozent
  • Umsatz Offizin: 9,3 Milliarden Euro – plus 1,8 Prozent (Quelle: Insight Health)
  • Umsatz Versandhandel: 2,6 Milliarden Euro – plus 3,6 Prozent (inklusive Hilfsmittel u.ä. sogar plus 4,1 Prozent)

„Die Wachstumsrate nach Umsatz liegt im Versandhandel doppelt so hoch wie in der Offizin“, so das Fazit von DatamedIQ. Dadurch sei der Anteil des Versandhandels am gesamten OTC-Markt um 0,3 Prozentpunkte auf 22 Prozent gewachsen – jeder fünfte Verbraucher habe schon einmal bei einer Versandapotheke eingekauft.

Allerdings konnten die Versender in den vergangenen Jahren stets zweistellige Wachstumsraten vorweisen. 2021 lagen die Monate Februar und März sowie September und Dezember unter dem – besonders starken – Niveau des Vorjahres.

Auch das Absatzwachstum fällt mit einem Plus von 3,3 Prozentpunkten deutlich geringer aus als im Vorjahr, als die ersten beiden Corona-Wellen für einen außerordentlichen Schub von 12,8 Prozent gesorgt hatten. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 233 Millionen Packungen verschickt.

Kategorien im Vergleich

Unter den größten Kategorien waren die Erkältungsmittel rückläufig (minus 8,5 Prozent), zwei Segmente zeigten dagegen ein besonders starkes Wachstum:

  • Hypnotika und Sedativa: plus 13,7 Prozent
  • Dermatologika: plus 7,9 Prozent

Unter den Hautpflegeprodukten waren besonders Gesichtspflege (plus 9,4 Prozent) sowie die unter „andere Dermatika“ zusammengefassten Mittel gegen Haarausfall (plus 7,9 Prozent) gefragt.

Besonders hohe Zuwächse zeigten entsprechend die in diesen Bereichen etablierten Marken:

  • La Roche-Posay: plus 31 Prozent
  • Vichy: plus 12,7 Prozent
  • Avène: plus 10,2 Prozent
  • Eucerin: plus 8,6 Prozent
  • Regaine: plus 8,2 Prozent

Alexander Freier, General Manager Sales L’Oréal Active Cosmetics, kommentiert: „Wir freuen uns, dass sich unsere Marken von Cosmetiqué Active in allen Kanälen sehr gut entwickelt haben. Wir haben uns in der stationären Apotheke im Vergleich zum Markt sogar besser entwickelt als im E-Commerce. Dies freut uns, denn dort liegt der große Fokus unseres Engagements und unserer Investments. Alle E-Commerce-Märkte waren auf Grund von Covid in den letzten zwei Jahren sehr dynamisch. Wir haben dies nicht überproportional gefördert. Es ist seit einigen Monaten eine deutliche Verlangsamung des Wachstums zu verzeichnen.“

Weniger Rabatt = kleinerer Warenkorb

Auffällig ist, dass erneut der durchschnittliche Warenkorb gesunken ist, und zwar um 6,80 Euro auf 58,40 Euro. Im Durchschnitt wurden 3,9 Produkte bestellt, 2019 waren es noch 4,5 Produkte. Eine mögliche Erklärung ist laut DatamedIQ das weiter gesunkene Rabattniveau: Wurden 2019 im Durchschnitt noch 20 Prozent Nachlass gewährt, waren es 2020 17,6 Prozent und 2021 nur noch 14,3 Prozent. Wegen höherer Packungspreise würden etwaige Beikäufe minimiert, so die Marktforscher.

Knapp zwei Drittel der Käufer bei Versandapotheken sind nach wie vor weiblich, das Durchschnittsalter ist um 1,3 Jahre auf 51,7 Jahre gesunken. Männer kaufen im Durchschnitt für rund 70 Euro pro Bestellung ein, bei Frauen landen Produkte für circa 57 Euro im Warenkorb. Letztere sind auch preissensitiver: Für 81 Prozent von ihnen ist der Preis das ausschlaggebende Kriterium, nicht in einer Apotheke vor Ort einzukaufen, bei Männern sind es 58 Prozent.

Zwölf Käufergruppen

Auf der Basis von 200 Millionen Transaktionsdaten hat DatamedIQ auch eingehende Analysen für zwölf typische Käufergruppen durchgeführt. Eingeflossen sind neben Geschlecht und Alter auch statistischen Daten wie Kaufkraftverteilung, Haushaltsgröße, Nettoeinkommen und Beruf auf Basis von Postleitzahlenbereichen.

Demnach steigt der Warenkorb mit dem Alter. In der Spitze geben Frauen 2,5-mal so viel Geld bei Versandapotheken aus. Das größte Wachstum gab es mit 10,5 Prozent bei „Sarah Schmidt“: 29 Jahre alt, ein Kind, Erzieherin und mit einer Kaufkraft von rund 20.280 Euro. Rückläufig waren dagegen „Reinhard Richter“ (66 Jahre, Maurer, drei Kinder, Kaufkraft: 20.490 Euro – minus 2,8 Prozent) und „Klaus Krüger“ (53 Jahre, Anwalt, ein Kind, Kaufkraft: 34.180 Euro – minus 1,7 Prozent).

Die Studie „Recap 2021“ zum nonRx-Versandhandelsjahr 2021 von DatamedIQ kann hier heruntergeladen werden.

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