Generikahersteller

Strüngmann zurück im Generikageschäft

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Die Hexal-Gründer Dr. Thomas und Dr. Andreas Strüngmann sind zurück im Generikageschäft. Als die Brüder im Frühjahr 2005 den Scheck von Novartis über rund 6 Milliarden Euro akzeptierten, verpflichteten sie sich, dem Konzern drei Jahre lang keinerlei Konkurrenz zu machen. Jetzt sind die Unternehmer mit ihrer Firma Aristo dem Branchenverband Pro Generika beigetreten.

Um Aristo ist eine ganze Firmengruppe aufgestellt. Bereits 2001 hatten die Strüngmann-Brüder den Hersteller Lindopharm mit Sitz in Hilden übernommen. Verkäufer war der Privatgroßhändler „von der Linde“, der wegen der Vertikalisierung Interessenkonflikte mit anderen Herstellern befürchtete.

Bei Lindopharm hatte kurz zuvor der Apotheker Stephan Walz als Geschäftsführer angefangen. Nachdem der Hersteller nicht als Teil des Pakets an Novartis verkauft wurde, begannen die Strüngmanns gemeinsam mit Walz mit dem Aufbau des neuen Geschäfts.

Anfang 2006 wurde zunächst das Berliner Traditionsunternehmen Steiner Arzneimittel (Sedariston, Sogoon) gekauft. Im Sommer desselben Jahres folgte Pharma Wernigerode (Kamillan, Parodontal, Imidin). Im Juni 2009 wurde schließlich der Magdeburger Hersteller Esparma (Espumisan) übernommen, an dem sich zuvor der indische Hersteller Wockhardt verhoben hatte.

Pünktlich zum Ablauf des Wettbewerbsverbots gründete Walz 2008 in Berlin den Generikahersteller Aristo. Die Gelegenheit war günstig: Nachdem Klosterfrau 2006 die Marken des Herstellers Lichtwer übernommen hatte, übernahm Walz aus der Konkursmasse die leer stehenden Produktionsanlagen im Norden der Stadt.

Parallel beteiligten sich erst Lindopharm, dann Aristo an den Ausschreibungen der Krankenkassen. Mittlerweile ist die Firmengruppe bei allen großen Kassen vertreten. Bei der jüngsten AOK-Rabattrunde etwa holte Lindopharm Cefuroxim und Clarithromycin. Produziert wird in Deutschland, für den eigenen Bedarf und als Lohnhersteller. In Berlin, Hilden und Wernigerode beschäftigt Aristo 350 Mitarbeiter.

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