Roche und Novartis trennen sich

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Berlin -

Roche hat den Rückkauf seiner Inhaberaktien von Novartis vollzogen. Anfang November hatten die beiden Pharmariesen den Schritt angekündigt, eine außerordentliche Roche-Generalversammlung erteilte daraufhin Ende vorvergangener Woche die für den Rückkauf und die Kapitalherabsetzung erforderliche Zustimmung. Nach mehr als 20 Jahren sind die beiden Konzerne damit wieder voneinander getrennt.

Gemäß dem Beschluss der außerordentlichen Generalversammlung hat Roche insgesamt 53,3 Millionen Aktien von Novartis zurückgekauft und den entsprechenden Betrag von 20,7 Milliarden US-Dollar (18,4 Milliarden Euro) an Novartis überwiesen. Der Deal wurde mit Fremdmitteln finanziert. Die Aktien werden nach Durchführung des entsprechenden Verfahrens vernichtet. Die Beteiligung, die im Mai 2001 beschlossen wurde, betrug rund 33 Prozent an Roche.

„Wir gewinnen mit dieser Transaktion die volle strategische Entscheidungsfreiheit zurück, ohne unseren operativen Handlungsspielraum einschränken zu müssen“, erklärt Roche-Verwaltungsratspräsident Christoph Franz. „Die hohe Qualität unserer Ratings wurde von den Ratingagenturen bestätigt. Vom Rückkauf und der beschlossenen Kapitalherabsetzung zur Vernichtung der zurückgekauften Aktien profitieren bei gleichbleibender Ausschüttungspolitik alle Anteilsinhaber und -inhaberinnen durch die resultierende Gewinnverdichtung.“

Die Transaktion ändere nichts am kommunizierten Ausblick für das Gesamtjahr: Roche erwartet demnach ein Verkaufswachstum im mittleren einstelligen Bereich zu konstanten Wechselkursen. Für den Kerngewinn je Titel wird ein Wachstum zu konstanten Wechselkursen angestrebt, das weitgehend dem Verkaufswachstum entspricht. Roche ist zudem weiterhin bestrebt, die Dividende auch für 2021 in Schweizer Franken zu erhöhen.

Novartis hatte den Anteil zwischen 2001 und 2003 für einen Gesamtbetrag von rund 5 Milliarden US-Dollar als langfristige Finanzbeteiligung erworben. Heute betrachtet der Konzern die Finanzbeteiligung nicht als Teil des Kerngeschäfts und daher auch nicht als strategische Investition. Der Preis von 389 Dollar pro Aktie entspricht dem volumengewichteten Durchschnittskurs des Genussscheins während der letzten 20 Handelstage. Aus dem Verkauf der Beteiligung wird Novartis einen Gewinn in Höhe von rund 14 Milliarden Dollar im Ertrag aus assoziierten Gesellschaften ausweisen, um den das Kernergebnis bereinigt wird.

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