Nahrungsergänzungsmittel

Orthomol launcht Webshop, kickt Versender

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Berlin -

So ziemlich alle Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln vertreiben ihre Marken mittlerweile auch über einen eigenen Webshop. Jetzt ist auch Orthomol nachgezogen. Allerdings hat der Hersteller aus Langenfeld im Gegenzug alle Versender von seiner Website verbannt.

Der eigene Online-Shop soll eine Ergänzung innerhalb des apothekenbasierten Vertriebsmodells sein und sich an Kundinnen und Kunden richten, die vor allem online einkaufen. Einen Rabattwettbewerb soll es dabei nicht geben, Apotheken blieben auch weiterhin der wichtigste Partner für Orthomol, versichert das Unternehmen. Daher würden diese auf der Website jetzt prominenter als Bezugsquelle hervorgehoben als bislang. Stattdessen wurden die Versender gestrichen.

Im Interview erklären die beiden Geschäftsführer Vera Knauer, verantwortlich unter anderem für das Digital Business, und Dr. Michael Schmidt, verantwortlich unter anderem für Marketing und Vertrieb, was es mit dem Schritt auf sich hat.

Online-Shop als Ergänzung

ADHOC: Warum haben Sie sich entschieden, mit einem eigenen Online-Shop live zu gehen?
KNAUER: Wir ergänzen unsere Vertriebsstrategie mit dem Online-Shop um einen weiteren Kanal. Unser Ziel ist es, eine Omnichannel-Brand zu sein. Denn wir hören das Feedback unserer Kund:innen und möchten ihnen Orthomol-Produkte überall dort anbieten, wo sie sie finden möchten. Das sind natürlich maßgeblich die stationären Apotheken, gleichzeitig möchten wir Kund:innen online über unsere Website bedienen, wenn sie hier ihren Kauf tätigen möchten.

ADHOC: Macht Orthomol der Apotheke jetzt Konkurrenz?
KNAUER: Omnichannel bedeutet für uns, die Apotheke weiterhin konsequent in den Mittelpunkt zu stellen und gleichzeitig die unterschiedlichen Bedürfnisse der Verbraucher:innen zu berücksichtigen. Der Online-Shop richtet sich an Kund:innen, die bewusst digital einkaufen möchten. Er ergänzt daher unsere bestehenden Vertriebskanäle.

Apotheken prominent platziert

ADHOC: Zu welchen Konditionen werden die Produkte angeboten?
SCHMIDT: Im Online-Shop setzen wir auf eine konsequent stabile Preisstruktur. Damit sichern wir die Wertigkeit unserer Marke und unterstützen eine verlässliche, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Apotheken. Zudem führen wir auf unserer Website Apotheken prominent als Bezugsquelle auf und schaffen es so, beide Vertriebskanäle sinnvoll zu kombinieren. Hier können Kund:innen über die Orthomol-Website ihre gewünschten Produkte direkt in ihrer favorisierten Apotheke vor Ort kaufen.

Orthomol Zentrale von außen
Der Hersteller aus Langenfeld setzt aber weiter auf die Apotheken.Foto: Orthomol

ADHOC: Planen Sie Veränderungen bei Service und Abverkaufsunterstützung für die Offizin?
SCHMIDT: Die Apotheken bleiben unser zentralen Vertriebspartner:innen. Daran ändert auch der neue Online-Shop nichts. Unsere Zusammenarbeit ist langfristig angelegt und basiert auf gegenseitigem Vertrauen und hoher Wertschätzung. Alle Maßnahmen zur Abverkaufsunterstützung, vom PoS-Material über Schulungen bis hin zu Außendienstaktivitäten, führen wir konsequent weiter und entwickeln sie kontinuierlich im Sinne der Offizin.

ADHOC: Verlieren die Apotheken jetzt Umsätze?
KNAUER: Unsere Erfahrung ist, dass eine starke Marke im Netz auch den stationären Absatz stärkt. Sichtbarkeit schafft Nachfrage – davon profitieren Apotheken direkt. Die Apothekenempfehlung hat weiterhin einen sehr hohen Stellenwert für uns, denn sie schafft Orientierung, stärkt die Treue und verbindet Produktwahl mit fachlicher Expertise. Der Online-Shop ist ein weiteres Element unserer Omnichannel-Strategie das die zentrale Rolle der Apotheken stärkt.

ADHOC: Wann startet der Shop – und an wen wenden sich Apothekenteams bei Fragen?
SCHMIDT: Der Start erfolgt ab heute. Für Rückfragen stehen unser Außendienst sowie das Customer-Care-Team unter [email protected] gern zur Verfügung.

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