Ophthalmika

Ursapharm steht zum Rx-Geschäft

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Berlin -

Zwei Jahre lang hatte Ursapharm Probleme bei der Beschaffung des Wirkstoffs Prednisolon in der für Augentropfen geforderten Qualität. Predni-POS war daher in beiden Konzentrationen nicht verfügbar, steht jetzt aber wieder dauerhaft zur Verfügung. Bei anderen Produkten dauern die Engpässe dagegen weiter an. Gerüchte, wonach das Rx-Sortiment gekürzt werde, weist der Hersteller zurück.

Laut Ursapharm ist die Erstproduktion von Predni-POS bei einem neuen Lieferanten abgeschlossen, auch die Qualitätssicherung habe die Präparate freigegeben. Die Augenärzte sollen in den kommenden Tagen über die Verfügbarkeit informiert werden. Man habe in den vergangenen Monaten viel Zeit und Geld investiert; jetzt sei die Versorgung dauerhaft gesichert.

Eine Änderung der Rx-Strategie gebe es nicht, sagt Christian Krensel, in der Geschäftsleitung für Marketing & Vertrieb verantwortlich. „Wir waren in der Vergangenheit und sind auch in der Zukunft daran interessiert, wichtige Präparate im Markt zu halten damit den Ärzten und Patienten alle Therapieoptionen zur Verfügung zu stellen.“

Der Lieferengpass spiegelt sich deutlich in den Verordnungen wieder: Laut Arzneiverordnungsreport wurden 2013 rund 123.000 Rezepte ausgestellt, ein Minus von 48 Prozent. Profitiert hat etwa Inflanefran von Allergan: Die Zahl der Verordnungen stieg um 25 Prozent auf rund 453.000 Rezepte. Auch Predni-Ophtal von Dr. Winzer wurde häufiger verschrieben.

Fünf weitere Produkte wird Ursapharm in diesem Jahr in bestimmten Produktvarianten voraussichtlich aber nicht mehr herstellen. Dazu gehören die Augensalben Gentamicin-POS, Virupos, Kanamycin-POS sowie Siccapos. Die Augensalbe Posiformin soll voraussichtlich Anfang Oktober wieder lieferfähig sein.

Die Kombipackung Dexa-Gentamicin sowie die Augensalben Vita-POS und Parin-POS sollen im vierten Quartal des Jahres wieder lieferfähig sein. Wie Krensel sowie Vertriebsleiter Ferdinand Schwartz schreiben, übernimmt Ursapharm größte Anstrengungen, um „wichtige Therapieoptionen auch für die Zukunft zu sichern.“

Bei Hylo, seiner wichtigsten Marke, bekommt Ursapharm gerade Konkurrenz. Zwar konnte das Unternehmen Ratiopharm noch gerichtlich zwingen, den Namen zu ändern. Doch das neue Konkurrenzprodukt ist mit knapp 13 Euro etwas preiswerter als das Original, das je nach Variante 15 beziehungsweise 16 Euro kostet. Die Augentropfen von Ursapharm kamen 1999 auf den Markt und haben sich seitdem zum Marktführer entwickelt – auch weil sie phosphatfrei sind und dank ihres innovativen Applikators als Mehrdosisbehältnis keine Konservierungsmittel benötigen.

Ursapharm wurde 1974 gegründet. Das auf Ophthalmika spezialisierte Unternehmen ist außerdem als Lohnhersteller tätig; beispielsweise wird Olynth in Saarbrücken gefertigt. Die beiden Gesellschafterfamilien Buxmann und Holzer beschäftigen in Deutschland sowie in Vertriebszentren im europäischen Ausland, in Indien und Russland rund 450 Mitarbeiter. Die Firma hat einen Jahresumsatz von knapp 100 Millionen Euro. Weitere Marken im Sortiment sind Vasopos, Retaron, Bromelain, Zinkorotat, Aronia und Hysan. 2014 hatte sich Ursapharm an dem Medizintechnik-Hersteller Precisis beteiligt.

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