Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) will seinen Standort in Dresden nach Angaben der Gewerkschaft IGBCE bis 2028 schließen. Demnach sei die Belegschaft am Donnerstag über die Pläne informiert worden, betroffen seien rund 640 Arbeitsplätze. Die Gewerkschaft kündigte entschiedenen Widerstand an.
GSK produziert im Dresdner Werk Impfstoffe gegen Grippe und Hepatitis. Nach früheren Angaben des Unternehmens werden pro Woche zwei Millionen Impfdosen produziert.
Mit der Schließung droht Sachsen hoch qualifizierte Industriearbeitsplätze und Deutschland wichtige pharmazeutische Produktionskompetenz zu verlieren, wie die IGBCE weiter mitteilte. „Diese Nachricht trifft uns bis ins Mark“, sagte Peter Mißbach, Betriebsratsvorsitzender am GSK-Standort Dresden. „Wir werden geschlossen, laut und entschlossen für unsere Arbeitsplätze kämpfen.“
Laut Gewerkschaft sind inzwischen in Sachsen 4250 Arbeitsplätze in der Branche verloren gegangen. Sie forderte den Konzern auf, die Schließungspläne auszusetzen, die Entscheidungsgrundlagen offenzulegen und mit Betriebsrat und Gewerkschaft ernsthaft über Alternativen zu verhandeln. Von Bund und Freistaat werde ein gemeinsamer Standortgipfel erwartet.
Der sächsische Europaabgeordnete Oliver Schenk (CDU) bezeichnet die angekündigte Schließung als schweren Schlag für Dresden und vor allem für die mehr als 600 Beschäftigten und ihre Familien. „Zugleich ist sie ein europäisches Warnsignal. Wir arbeiten mit dem Critical Medicines Act gerade daran, die Arzneimittel- und Impfstoffproduktion in Europa zu stärken und unsere Abhängigkeit von Drittstaaten zu verringern. Wir können nicht über pharmazeutische Souveränität und Versorgungssicherheit reden und gleichzeitig bestehende Produktionskapazitäten und jahrzehntelanges Know-how in Europa verlieren. Deshalb müssen jetzt alle Ebenen – Stadt, Freistaat, Bund und Europa – gemeinsam mit GSK prüfen, ob und welche Perspektive es für den Standort Dresden gibt. Ich werde das Thema auch gegenüber der Europäischen Kommission ansprechen.“
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