DocMorris: Nur noch Vorkasse | APOTHEKE ADHOC
Und gleichzeitig Lieferprobleme

DocMorris verlangt Vorkasse

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Berlin -

DocMorris bietet derzeit Neukund:innen nur noch an, per Vorkasse zu bestellen. Unzufriedene Kund:innen beschweren sich darüber, denn auch bei der Lieferfähigkeit gibt es derzeit offenbar Probleme.

Eigentlich bietet DocMorris eine ganze Reihe von Zahlarten an. Dazu gehören Paypal und Kreditkarte (Mastercard, Visa) sowie die Zahlungsdienstleister Klarna, Paydirekt und Barzahlen. Auch die Zahlung auf Rechnung sowie Lastschrift sind möglich – oder waren es bis vor Kurzem. Denn beim Checkout werden beide Methoden derzeit nicht mehr angeboten, sondern nur noch die Varianten, bei denen der Kunde in Vorkasse geht.

Auf Nachfrage bestätigt ein Sprecher die Umstellung: „In den letzten Wochen kam es bei vielen Online-Shops zu vermehrten Betrugsversuchen, auch bei DocMorris“, so die Erklärung. „Um unsere Kunden und uns zu schützen, bieten wir derzeit vermehrt Zahlarten an, die seltener mit Betrug in Verbindung stehen. Neben der aktuell eingeschränkten Zahlung per Rechnung und Lastschrift bieten wir unseren Kunden viele andere Zahlarten für ihre Bestellungen an (Paypal, Kreditkarte, Paydirekt, Barzahlen/Viacash, Klarna mit Sofortüberweisung).“

Nicht bei allen Kunden kommt das gut an. Ein Apotheker aus NRW berichtet, dass sich bei ihm Patienten beschwert hätten, dass sie bei DocMorris nicht mehr auf Rechnung bestellen könnten. Da sie mit Paypal nichts am Hut hätten, wollten sie nun in der Apotheke vor Ort kaufen.

Aufträge storniert

Auch die Lieferzeiten sind bei DocMorris derzeit ein Thema. In den einschlägigen Bewertungsportalen häufen sich seit einiger Zeit Hinweise darauf, dass Bestellungen storniert oder erst mit großer Verspätung ausgeliefert wurden. „Zum wiederholten Male Auftrag storniert“, schreibt ein Nutzer bei Medizinfuchs. Nicht lieferbare Medikamente seien als verfügbar gekennzeichnet. „Seit vier Tagen liegt mein Rezept vor, nun wird der Auftrag kommentarlos storniert. Mit Zusendung und Rücksendung des Rezeptes vergingen nun zehn Tage!! Absolut nicht hinnehmbar. Das ist jetzt zum dritten und letzten Mal passiert – ich werde meine Medikamente nun vor Ort beziehen, so hoch kann kein Bonus sein, wenn der Service zu wünschen übrig lässt.“

„Nie wieder“, so das Fazit eines weiteren Nutzers, der nach eigenen 14 Tage lang auf seine Bestellung wartete. „Es tut sich immer erst was NACHDEM man es endlich geschafft hat telefonisch durchzukommen und Dampf abgelassen hat.“ Dreimal habe er schon angerufen und jedes Mal sei er um Verständnis gebeten worden. „Na ganz sicher nicht!“

Und auch beim dritten Kunden wurde der Auftrag storniert – kommentarlos, wie er schreibt. „Eine Mitteilung hierüber habe ich nicht erhalten sondern erst durch eine Einloggen ins Kundenkonto erfahren. Jetzt muss ich erst auf die Rücksendung des Rezeptes warten, und hoffen dass wenigstens das reibungslos klappt. Liebe Leute von Doc Morris das geht so nicht.“

Zuletzt hatte der vor zwei Jahren für 60 Millionen Euro zugekaufte Versender Apotal wegen Lieferengpässen und Verspätungen für Frust unter Kunden gesorgt. Sogar die Apothekerkammer Niedersachsen als zuständige Aufsichtsbehörde wurde eingeschaltet.

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