Wann kommt die Eigenmarke?

dm schließt Lücken, plant Werbeoffensive

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Berlin -

Seit zwei Monaten ist dm mit eigener Versandapotheke am Start, das Geschäft wächst langsam, aber kontinuierlich. Jetzt hat der Konzern das Sortiment noch einmal ausgeweitet, auch eine Werbeoffensive steht offenbar bevor. Und selbst das Angebot von OTC-Eigenmarken soll vorbereitet werden – trotz juristischem Gegenwind.

Am 16. Dezember ging dm mit seiner Versandapotheke online. Unter dem Reiter „dm-med“ können Kundinnen und Kunden seitdem im Webshop oder in der App auch apothekenexklusive und apothekenpflichtige Produkte bestellen. Rund 2400 Artikel waren laut Analyse der Unternehmensberatung Prosoom zum Start gelistet. Das entspricht etwa der Anzahl an PZN, die dm schon zu Beginn der Konzeptionsphase als relevant identifiziert hatte; hinzu kamen rund 1000 Produkte aus dem Bereich Hautkosmetik, die zusätzlich über die Versandapotheke angeboten werden sollten.

Orthomol und Schwabe für dm-med

Seit dem Start hat der Konzern nachgelegt und sein Angebot weiter ausgebaut. Hinzugekommen ist laut aktuellen Prosoom-Daten vor allem ein breites Sortiment an Orthomol; die Nahrungsergänzungsmittel waren zum Start zunächst überhaupt nicht gelistet. Auch beim Portfolio von Dr. Willmar Schwabe hat dm aufgeholt und jetzt Tebonin, Hametum, Pinimenthol, Crataegutt, Carmenthin, Lasea, Prostagutt, Umackaloabo sowie verschiedene DHU-Präparate aufgenommen. Daneben gibt es eine Reihe kleinerer Neuzugänge etwa bei Restaxil, Kijimea, Doppelherz und Ginkobil. Auch Artelac, Ferro sanol, Buscopan und Wick sind mittlerweile erhältlich. Hexal ist nach wie vor nur mit ACC akut gelistet.

Preislich hat sich bislang nicht viel geändert; dm hatte im Rahmen seiner Dauerpreisgarantie versprochen, für mindestens vier Monate keine Änderungen vorzunehmen. Der Konzern hatte sich am Wettbewerb orientiert und einen Großteil seines Sortiments etwas billiger als Shop Apotheke angeboten. Betrachtet man die wichtigsten Schnelldreher im Versandhandel, ergibt sich fast durchweg ein Preisvorteil im zweistelligen Prozentbereich.

Coupons für OTC-Medikamente

Obwohl dm eine ziemlich aggressive Preisstrategie fährt und mit seinem Webshop und der App gigantische Reichweiten hat, verlief der Start zunächst bescheiden: Deutlich weniger als eine Million Euro soll der Konzern mit seinem Versender im ersten Monat erzielt haben, wobei hier sicher auch die Feiertage rund um den Monatswechsel eine Rolle gespielt haben.

Das Geschäft ankurbeln sollen auch Preisnachlässe, die registrierte dm-Kundinnen und -Kunden über die App als Coupon bekommen. Neu angezeigt werden dort auch Rabatte für dm-med – aktuell sind es sechs verschiedene Posten: 20 Prozent auf Voltaren, VoltaDexibu sowie VoltaMed (Haleon), 10 Prozent auf Vigantol und Vigantolvit sowie die Erkältungsprodukte von Wick (Procter & Gamble).

dm-Geschäftsführer zufrieden

Der Konzern selbst lässt sich nicht in die Bücher schauen. Auf Anfrage sagte Geschäftsführer Sebastian Bayer: „Die Versand-Apotheke dm-med ist vor etwas mehr als einem Monat gestartet. Daher haben wir zum aktuellen Zeitpunkt noch keine aussagekräftigen Kennzahlen. Mit dem, was wir bisher beobachten, sind wir zufrieden.“

Immerhin: In den Filialen kommen laut Mitarbeitenden mittlerweile täglich neue Lieferungen an, die in den Schließfächern zur Abholung verstaut werden. Und auch Prospekte soll es demnächst geben – diese seien schon im Druck, heißt es.

OTC-Eigenmarken von dm?

Fraglich ist, wann es die ersten OTC-Eigenmarken von dm-med geben wird. Gespräche würden bereits geführt, heißt es aus Pharmakreisen. Gerade die Marke Mivolis, über die bereits freiverkäufliche Arzneimittel, Medizinprodukte und Nahrungsergänzungsmittel angeboten werden, fällt dabei in den Fokus. Bei den Herstellern ist man sich der Brisanz des Themas bewusst, immerhin bedient man auch die Apotheken mit Ibuprofen oder Paracetamol im Bereich Private Label und wirbt mit Wettbewerbsvorteilen gegenüber den Markenprodukten.

Wann die ersten apothekenpflichtigen Arzneimittel über dm-med angeboten werden, beantwortet die Drogeriekette nicht. Geschäftsführerin Kerstin Erbe findet dazu ausweichende Worte: „Wir beobachten die Wünsche unsere Kundinnen und Kunden sehr genau.“ Das Mivolis-Sortiment sei „sehr umfangreich, sagt sie auf Anfrage. „Sollten wir darüber hinaus weitere Bedarfe erkennen, werden wir gemeinsam mit der Versand-Apotheke dm-med nach passenden Lösungen suchen.“ Ziel sei ein niederschwelliger Zugang zu Gesundheitsprodukten.

Die Drogeriekette selbst ist stark mit eigenen Handelsmarken aufgestellt. Insgesamt werden 28 dm-Marken und vier Kooperationsmarken angeboten. „Dabei spielen sie eine wichtige Rolle, da sie in den Alltag vieler Kundinnen und Kunden gehören und ihnen eine verlässliche Qualität zu einem fairen Preis bieten“, so Erbe.

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