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Hilfsmittel: Wachstum für die Apotheke

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Berlin -

Nicht nur bei Medikamenten, auch bei Hilfsmitteln wollen die Kassen immer mehr sparen. In Apotheken spielen diese Produkte eine relativ kleine Rolle, aber der Markt ist groß: Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) wurden 2013 insgesamt 48 Milliarden Euro für Arzneimittel ausgegeben und rund 17 Milliarden Euro für Hilfsmittel.

In Apotheken ist das Verhältnis zwischen Arznei- und Hilfsmittel allerdings ein ganz anderes: Knapp 40 Milliarden Euro wurden laut Destatis für Medikamente aus Apotheken ausgegeben, aber nur 1,8 Milliarden Euro für Hilfsmittel. Das entspricht 10,5 Prozent des gesamten Hilfsmittelmarktes.

Die meisten Ausgaben für Hilfsmittel entfallen auf den Bereich „Gesundheitshandwerk und -einzelhandel“ – insgesamt 86,3 Prozent beziehungsweise 14,8 Milliarden Euro. An zweiter Stelle folgen bereits die Apotheken. Hinter ihnen liegen die Bezugsquellen Krankenhäuser (278 Millionen Euro), sonstige Einrichtungen und private Haushalte (150 Millionen Euro), Ausland (44 Millionen Euro) und Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen (38 Millionen Euro).

Die Ausgaben sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. 1993 lagen sie noch bei 8,6 Milliarden Euro, 2003 dann bei 13 Milliarden Euro. Mit dem aktuellen Wert aus dem Jahr 2013 ist ein Rekordwert erreicht. Damit haben sich die Ausgaben in den vergangenen 20 Jahren fast verdoppelt.

Die Ausgaben für Hilfsmittel aus Apotheken haben sich im gleichen Zeitraum mehr als verdreifacht: 1993 wurden in der Offizin insgesamt 650 Millionen Euro mit entsprechenden Produkten umgesetzt – das entspricht einem Anteil von 7,6 Prozent. 2003 waren die Ausgaben auf 1,5 Milliarden Euro gewachsen; der Anteil des Vertriebskanals war auf 11,5 Prozent gestiegen. 2005 lag der Marktanteil der Apotheken bei 13,8 Prozent – seitdem ist er aber rückläufig.

Die Ausgaben für Hilfsmittel tragen laut Destatis private Haushalte beziehungsweise private Organisationen ohne Erwerbszweck: Sie zahlten 2013 insgesamt 7,7 Milliarden Euro, das entspricht knapp 45 Prozent. Auf die Krankenkassen entfallen 7,2 Milliarden Euro und somit 42 Prozent.

In den Apotheken zeigt sich diese Diskrepanz noch deutlicher: Die Krankenkassen gaben 2013 rund 600 Millionen Euro für Hilfsmittel aus Apotheken aus, Privatpersonen mehr als 1,1 Milliarden Euro. Der Anteil der Kassen liegt somit bei einem und der der Patienten bei fast zwei Drittel.

Die privaten Krankenversicherungen tragen knapp 6 Prozent, rund 1 Milliarde Euro. Dahinter folgen Arbeitgeber (460 Millionen Euro), die Soziale Pflegeversicherung (451 Millionen Euro), die Gesetzliche Unfallversicherung (267 Millionen Euro), öffentliche Haushalte (79 Millionen Euro) und die Gesetzliche Rentenversicherung (14 Millionen Euro).

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