Bilanz

Anzag wächst in Deutschland, verdient im Ausland

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Der Frankfurter Pharmagroßhändler Andreae-Noris Zahn AG (Anzag) hat im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Umsatz um knapp 8 Prozent auf 3,68 Milliarden Euro steigern können. Rund 140 Millionen Euro des Mehrumsatzes generierte das Unternehmen in Deutschland. Insgesamt habe der Großhandelsmarkt hierzulande nur um 0,9 Prozent zugelegt; dank des eigenen überdurchschnittlichen Wachstums sieht sich die Anzag mit einem Anteil von rund 16,5 daher mittlerweile als Nummer Zwei am Markt.

Doch wie bei anderen Großhändlern hat auch bei der Anzag der Konditionenwettbewerb die Erträge abschmelzen lassen. So legte das Ergebnis vor Steuern vor allem dank des erstmals komplett bilanzierten Auslandgeschäfts zu. Die Anzag hatte 2006 in Rumänien 60 Prozent des Großhändlers Farmexpert gekauft; bereits 2005 war die Anzag mit einer Minderheitsbeteiligung bei der kroatischen Oktalpharma eingestiegen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr trug alleine die rumänische Sparte, die für gerade 3,5 Prozent des Umsatzes verantwortlich zeichnet, ein Viertel zum Ergebnis vor Zinsen und Steuern in Höhe von knapp 49 Millionen Euro bei. In Deutschland dagegen fiel das Ergebnis um fast 20 Prozent. Das Ergebnis vor Steuern ging von 33,5 auf 32,8 Millionen Euro zurück. Wie in den Vorjahren will die Anzag 1,45 Euro je Stückaktie ausschütten.

In Frankfurt gab sich der Vorstandsvorsitzende der Anzag, Dr. Thomas Trümper, trotzdem zufrieden. Man habe die eigene Position im "sehr nervösen" deutschen Markt gut behauptet, sei aber mit der Ergebnisentwicklung hierzulande "überhaupt nicht zufrieden". Die Umsatzrendite von unter 1 Prozent sei auf Dauer nicht tragbar. Daher will sich die Anzag auch in Zukunft im osteuropäischen Ausland nach passenden Zukaufsobjekten umsehen; eine hohe Verschuldung komme dabei aber nicht in Frage. "Wir müssen nicht mit Gewalt ein großer internationaler Konzern werden", so Trümper.

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