1,15 Milliarden Dollar: Roche kauft Gentherapie

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Berlin - Roche setzt verstärkt auf das lukrative Gebiet Gentherapie. Der Schweizer Pharmakonzern hat vom US-Biotechunternehmen Sarepta das Exklusivrecht außerhalb der USA an der Gentherapie SRP-9001 zur Behandlung eines erblich bedingten Muskelschwundes erworben, wie Roche am Montag mitteilte. Die sogenannte Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) ist die häufigste muskuläre Erbkrankheit im Kindesalter. Meistens betrifft sie Jungen.

Roche leistet den Angaben zufolge eine Einmalzahlung in Höhe von insgesamt 1,15 Milliarden US-Dollar. Hiervon fließen 750 Millionen in bar, die restlichen 400 Millionen in Aktien. Durch bestimmte Meilensteine und Lizenzgebühren auf Umsatzbasis kann Sarepta insgesamt bis zu 1,7 Milliarden Dollar erhalten. Das Unternehmen ist weiterhin für die klinische Entwicklung des Mittels zuständig. Die globalen Kosten sollen zu gleichen Teilen von Roche und Sarepta getragen werden. Außerdem hat Roche sich als Teil der Vereinbarung die Option auf weitere Vermarktungsrechte außerhalb der USA für mögliche künftige DMD-Wirkstoffe von Sarepta gesichert. Im Gegenzug würde Roche weitere Meilenstein- und Lizenzzahlungen leisten.

„Die Zusammenarbeit demonstriert Roches Engagement im Bereich Gentherapien und transformatives Potential für die Patienten“, so der Schweizer Konzern. Große Pharmakonzerne richten ihren Fokus seit einiger Zeit verstärkt auf Gentherapien aus. Dabei steht etwa der Roche-Konkurrent Novartis mit einem rund zwei Millionen Euro teuren Medikament gegen spinale Muskelatrophie bei Kindern wegen des Preises in der Kritik.

Roche selbst hatte in dem noch relativ jungen Behandlungsgebiet unlängst mit der Übernahme von Spark Therapeutics aufs Tempo gedrückt, auch um zu Wettbewerbern aufzuholen. Die Schweizer ließen sich den Kauf der US-Firma insgesamt 4,3 Milliarden Dollar kosten. Spark Therapeutics ist vor allem auf die Behandlung genetisch bedingter Krankheiten wie Blindheit, Hämophilie und neurodegenerative Erkrankungen spezialisiert.

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