Botulismus: Nanobodys sollen Toxine neutralisieren

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Meist kann mithilfe eines Abstrichs, einer Stuhlprobe oder einer Blutuntersuchung eine eindeutige Diagnose gestellt werden. Je nach Methode und Toxingehalt dauert die Ermittlung zwischen acht Stunden und fünf Tagen. Bei schweren Verläufen wird eine rechtzeitige Intubation und Beatmung empfohlen, solange bis die Lähmungen langsam abklingen – das kann jedoch Monate dauern. Eine Behandlung mit Antitoxinen ist bislang nur wirksam bevor es zu entsprechenden Symptomen kommt. Sind sie bereits vorhanden, haben die Antitoxine keinerlei Wirkung, da sie nicht in die Nervenzellen gelangen können.

Der Weg in die Nervenzelle

Die neue Therapieoption soll genau hier angreifen und dies ändern. Sie basiert auf harmlosen Varianten des Botulinumtoxins: Diese sollen sogenannte „Nanobodys“ in die Nervenzellen schleusen. Diese fungieren als Antitoxin und neutralisieren dort das echte Toxin. Dadurch sollen Lähmungserscheinungen verkürzt werden. Bislang wurde die Behandlung nur im Tiermodell untersucht – dort konnte sie jedoch vielversprechende Ergebnisse liefern.

Bei Mäusen konnte die Muskellähmung auf wenige Stunden verkürzt werden. Selbst die sonst tödliche Dosis des Botulinumtoxins wurde von den Tieren überlebt. Neben Mäusen wurden auch Meerschweinchen und nichtmenschliche Primaten erfolgreich mit der Therapie behandelt. Im nächsten Schritt sollen klinische Studien folgen.

 

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