Colitis ulcerosa: Wenn der Dickdarm erkrankt

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Berlin - Colitis ulcerosa wird häufig in einem Atemzug mit der ebenfalls chronisch-entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn genannt. Sie unterscheiden sich jedoch nach dem Ort der Entzündung. Colitis ulcerosa ist auf die Schleimhaut des Dickdarms begrenzt. Beiden Erkrankungen gemein ist die ungeklärte Ätiologie

Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die durch den kontinuierlichen und systematischen Befall der Dickdarmschleimhaut gekennzeichnet ist. Colitis ulcerosa betrifft ausschließlich die oberen Wandschichten, Mukosa und Submukosa, des Dickdarms. Die Ätiologie ist nicht vollständig geklärt. In der Diskussion stehen autoimmune Auslöser, der Einfluss genetischer Dispositionen, die Ernährung und infektiöse Prozesse. Auch psychosomatische Ursachen gelten als möglicher Auslöser der chronischen Schleimhautentzündung.

Stadien und Symptomatik

Die Erkrankung wird in zwei Stadien eingeteilt: Im frischen Stadium lässt sich makroskopisch eine entzündlich gerötete Schleimhaut mit Kontaktblutungen aber ohne Ulzerationen erkennen. Anfänglich liegen keine Fibrinbeläge vor. Im chronisch-fortgeschrittenem Stadium lassen sich makroskopisch Ulzerationen und erste Schleimhautzerstörung erkennen. Es entstehen sogenannte Pseudopolypen. Zu Beginn ist meist der letzte Darmabschnitt von der Entzündung betroffen – vom Rektum aus kann sich die Erkrankung im gesamten Dickdarmbereich ausbreiten.

Die Symptomatik kann ganz unterschiedlich sein und hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab. Bei leichten Schüben kommt es zu maximal fünf blutigen Stuhlabgängen pro Tag. Betroffene sind allgemein geschwächt, haben aber kein Fieber. Anders sieht es bei mittelschweren Schüben aus: Hier erhöht sich die Körpertemperatur. Betroffene haben bis zu achtmal täglich blutig-schleimige Stuhlabgänge. Der Stuhldrang ist schmerzhaft. Bei schweren Schüben steigt das fieber und die Stuhlfrequenz. Neben einem schlechten Allgemeinzustand kommt es zu starken Unterbauchschmerzen. In diesem Zustand kann es zur Tachykardie kommen. Erkrankte leiden auch unter weiteren Symptomen außerhalb des Gastrointestinaltraktes. Im Mundraum kann es vermehrt zur Aphtenbildung kommen. Auch die Augen können erkranken, so kommt es als Begleiterkrankung bei einer Colitis ulcerosa gehäuft zu Regenbogenhautentzündungen (Uveitis), oder Iris-Entzündungen. Betroffene leiden häufiger als andere Menschen an Arthritis oder Morbus Bechterew.

Mediziner unterscheiden drei verschiedene Verlaufsformen: Der chronisch-rezidivierende Verlauf liegt bei über 85 Prozent der Betroffenen vor. Durch physische und psychische Stresssituationen kann es zu Exazerbationen kommen. Der chronisch-kontinuierliche Verlauf liegt bei 10 Prozent der Betroffenen vor. Bei dieser Verlaufsform nehmen die Beschwerden an Intensität zu oder ab, es kommt jedoch nicht zur Remission. Fünf Prozent der Betroffenen haben einen akuten fulminanten Verlauf, bei dem es zu einem spontanen Krankheitsbeginn mit schwerer Symptomatik bis hin zum Schock kommen kann.

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