Kleiner Pieks – Großer Wert fürs Baby

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Berlin - Frauen, die eine Schwangerschaft planen, sollten auf die Vollständigkeit ihres Impfschutzes achten. Wer vollständig geimpft ist, bietet dem Ungeborenen mehr Schutz. Insbesondere gegen Röteln und Windpocken sollten ausreichend Antikörper vorhanden sein. Eine Titerbestimmung kann feststellen, ob eine Auffrischung nötig ist.

Darf während der Schwangerschaft geimpft werden? Bei dieser Frage muss zwischen Tot- und Lebendimpfstoff unterschieden werden.

Totimpfstoffe

Für Impfungen gegen Infektionskrankheiten wie Influenza, Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten oder Hepatitis A und B werden Totimpfstoffe verwendet. Die Gabe dieser Substanzen ist in der Schwangerschaft möglich. Im ersten Trimenon sollten allerdings nur dringend indizierte Impfungen durchgeführt werden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Influenza-Impfung allen Schwangeren ab dem zweiten Trimenon.

Lebendimpfstoff

Aus theoretischen Überlegungen sind Impfungen mit einem Lebendimpfstoff während der Schwangerschaft grundsätzlich kontraindiziert. Impfstoffe gegen Röteln, Masern, Mumps oder Varizellen (Windpocken) sind als Lebendimpfstoffe verfügbar. Nach einer Impfung mit Lebendimpfstoff sollte eine Schwangerschaft für mindestens einen Monat vermieden werden. Eine versehentliche Impfung gegen eine der oben genannten Infektionskrankheiten kurz vor einer Schwangerschaft oder in der Frühschwangerschaft stellt aber prinzipiell keine Indikation zum Schwangerschaftsabbruch dar. Dokumentationen von zahlreichen Impfungen während der ersten Wochen oder kurz vor einer Schwangerschaft zeigen bisher kein erhöhtes Risiko für angeborene Fehlbildungen.

Impfungen in der Stillzeit

In dieser Zeit ist das Impfen unproblematisch: In der Stillzeit können sowohl die Mutter als auch der Säugling alle von der STIKO empfohlenen Impfungen erhalten. Eine Ausnahme bildet die Impfung gegen Gelbfieber, diese sollen stillende Frauen nicht bekommen. Bei der Rotavirus-Impfung gibt es Annahmen, dass die Wirksamkeit des Impfstoffes durch eine Stillpause erhöht werden kann. Schwangeren wird daher empfohlen, wenn dies möglich ist, eine Stunde vor und eine Stunde nach der Schluckimpfung nicht zu stillen. Vorheriges Abpumpen der Muttermilch kann das Einhalten dieses Zeitfensters mitunter erleichtern.

Reicht Muttermilch als Antikörperaustausch aus?

Die Muttermilch enthält viele Antikörper, die das Kind durch das Trinken mit aufnimmt. Hierdurch wird ein Schutz gegen bestimmte Krankheiten aufgebaut. Bei zahlreichen Infektionskrankheiten ergibt sich durch die Gabe von Muttermilch jedoch kein ausreichender Infektionsschutz für das Kind. Die Annahme, dass gestillte Kinder beispielsweise nicht an Keuchhusten oder Gelbfieber erkranken können, ist nicht richtig. Nur die Impfung bietet einen ausreichend sicheren Schutz vor Infektionserkrankungen.

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