Impfschutz

Kleiner Pieks – Großer Wert fürs Baby Alexandra Negt, 08.04.2020 14:18 Uhr

Berlin - Frauen, die eine Schwangerschaft planen, sollten auf die Vollständigkeit ihres Impfschutzes achten. Wer vollständig geimpft ist, bietet dem Ungeborenen mehr Schutz. Insbesondere gegen Röteln und Windpocken sollten ausreichend Antikörper vorhanden sein. Eine Titerbestimmung kann feststellen, ob eine Auffrischung nötig ist.

Darf während der Schwangerschaft geimpft werden? Bei dieser Frage muss zwischen Tot- und Lebendimpfstoff unterschieden werden.

Totimpfstoffe

Für Impfungen gegen Infektionskrankheiten wie Influenza, Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten oder Hepatitis A und B werden Totimpfstoffe verwendet. Die Gabe dieser Substanzen ist in der Schwangerschaft möglich. Im ersten Trimenon sollten allerdings nur dringend indizierte Impfungen durchgeführt werden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Influenza-Impfung allen Schwangeren ab dem zweiten Trimenon.

Lebendimpfstoff

Aus theoretischen Überlegungen sind Impfungen mit einem Lebendimpfstoff während der Schwangerschaft grundsätzlich kontraindiziert. Impfstoffe gegen Röteln, Masern, Mumps oder Varizellen (Windpocken) sind als Lebendimpfstoffe verfügbar. Nach einer Impfung mit Lebendimpfstoff sollte eine Schwangerschaft für mindestens einen Monat vermieden werden. Eine versehentliche Impfung gegen eine der oben genannten Infektionskrankheiten kurz vor einer Schwangerschaft oder in der Frühschwangerschaft stellt aber prinzipiell keine Indikation zum Schwangerschaftsabbruch dar. Dokumentationen von zahlreichen Impfungen während der ersten Wochen oder kurz vor einer Schwangerschaft zeigen bisher kein erhöhtes Risiko für angeborene Fehlbildungen.

Impfungen in der Stillzeit

In dieser Zeit ist das Impfen unproblematisch: In der Stillzeit können sowohl die Mutter als auch der Säugling alle von der STIKO empfohlenen Impfungen erhalten. Eine Ausnahme bildet die Impfung gegen Gelbfieber, diese sollen stillende Frauen nicht bekommen. Bei der Rotavirus-Impfung gibt es Annahmen, dass die Wirksamkeit des Impfstoffes durch eine Stillpause erhöht werden kann. Schwangeren wird daher empfohlen, wenn dies möglich ist, eine Stunde vor und eine Stunde nach der Schluckimpfung nicht zu stillen. Vorheriges Abpumpen der Muttermilch kann das Einhalten dieses Zeitfensters mitunter erleichtern.

Reicht Muttermilch als Antikörperaustausch aus?

Die Muttermilch enthält viele Antikörper, die das Kind durch das Trinken mit aufnimmt. Hierdurch wird ein Schutz gegen bestimmte Krankheiten aufgebaut. Bei zahlreichen Infektionskrankheiten ergibt sich durch die Gabe von Muttermilch jedoch kein ausreichender Infektionsschutz für das Kind. Die Annahme, dass gestillte Kinder beispielsweise nicht an Keuchhusten oder Gelbfieber erkranken können, ist nicht richtig. Nur die Impfung bietet einen ausreichend sicheren Schutz vor Infektionserkrankungen.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr aus Ressort

Weiteres
Coronavirus

Ausweitung der Empfehlungen

WHO: Maske auch Zuhause tragen»

Stärkere Kontakvermeidung gefordert

RKI mahnt zu deutlich stärkerer Corona-Eindämmung»

Biontech erwartet Zulassung Mitte Dezember

Weihnachten im Impfzentrum»
Markt

Vom Mass Market in die Offizin

Septoflam: SOS kommt in Apotheken»

Vereinbarung für Vollextrakte

Hormosan vermarktet Tilray-Cannabis»

Gras ist nicht mehr so schlimm wie Heroin

CBD: UN stuft Cannabis herab»
Politik

AMTS-Aktionsplan

BMG: Apotheker und Ärzte müssen besser kooperieren»

adhoc24

ARD warnt vor Masken / Wechsel beim DAV / Termin für Impfzentren»

Marburger Bund

Ärzte: Kliniken sollen Operationen verschieben»
Internationales

Sputnik-V

Putin bietet russischen Corona-Impfstoff an»

Mit PCR-Tests

Schweiz: Apotheken füttern Corona-Warnapp»

Ebola-Medikament überzeugt nicht

Corona: WHO rät von Remdesivir ab»
Pharmazie

Visualisierung von malignem Gewebe

Gliolan – Achtung, wenn sich die OP verzögert»

Chargenüberprüfung

Pantozol: Fehlende Angaben auf dem Umkarton»

Schutz für das Herz-Kreislauf-System

Zweifel an Omega-3-Fettsäuren»
Panorama

Pfleger angeklagt

Tödliche Medikamenten-Verwechslung: Urteile aufgehoben»

Untypischer Krankheitsverlauf

Inhaberin erkrankt an Covid-19 – und teilt es auf Instagram»

Berlin

Technoclubs werden Testzentren»
Apothekenpraxis

Transportverbot

Absage: Keine Apotheken für Corona-Impfzentren»

Ehemalige Apotheke gekapert

„Naturapotheke“ – Ärger für Guru Franz»

Versandapotheken

DocMorris-Spot im Schnellcheck»
PTA Live

Arbeitsrecht

Keine Corona-Impfung, kein Handverkauf?»

Rheinland-Pfalz

Aufruf für Impfzentren: Kammer sucht PTA und Apotheker»

Baby-Boom durch Corona?

Nachfrage nach Schwangerschaftsvitaminen steigt»
Erkältungs-Tipps

Allergien sind Türöffner

Sorgen-Trio Allergie, Erkältung und Corona»

Yoga, Meditation & Co.

Wie Entspannung das Immunsystem stärkt»

Wenn der Husten länger dauert

Chronische Bronchitis: Wie Phytotherapie helfen kann»
Magen-Darm & Co.

Gefahren der Pilzsaison

Achtung Pilzvergiftung: Fliegenpilz & Co.»

Fremdkörpergefühl im Hals

Globussyndrom: Auch an den Magen denken»

Trendprodukt Selbsttests

Was können Darmflora-Analysen & Co.?»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Für Verhütung oder Kinderwunsch

Fruchtbare Tage bestimmen – aber wie?»

Von Milchbildung bis Abstillen

Milchfluss: Grundlage für die Stillzeit»

Supplemente in der Schwangerschaft

Folsäure & Jod: Nur die Hälfte ist versorgt»
Medizinisches Cannabis

Identitätsprüfung – What’s next?

Tilray: Neueinführungen für eine erleichterte Herstellung»

Höchstmengen, Herstellung, Dokumentation

Cannabis: Das Wichtigste aus den Gesetzen»

Sonder-PZN, Lieferengpässe & Co.

Retaxgefahr Cannabis»
HAUTsache gesund und schön

Gel, Mousse, Lotion oder Tonic?

Die richtige Reinigung ist das A und O der Hautpflege»

Mimikfalten, Krähenfüße & Co.

Hautalterung: Wenn Kollagen und Elastin schwinden»

Mehr als dunkle Flecken

Pigmentstörung: Nicht nur ein Problem des Alters»