Wie die Henker McKesson austricksten

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Berlin - Hinrichtungen wie am Fließband: Gleich sieben Häftlinge wollte Arkansas binnen elf Tagen exekutieren. Jetzt haben Gerichte das Vorhaben zumindest vorerst gestoppt – nach Protesten aus der Pharmaindustrie. Hat sich Arkansas Hinrichtungsdrogen durch einen Trick beschafft?

Ronald Smith zuckte wiederholt, hustete, rang nach Luft, nachdem ihm in der Hinrichtungskammer die erste Droge des Giftcocktails eingespritzt wurde. 13 Minuten lang quälte er sich sichtlich und wurde schließlich nach 30 Minuten für tot erklärt. Das geschah im Dezember im Staatsgefängnis Atmore im US-Staat Alabama. Die injizierte erste Droge war Midazolam.

Das ist jenes Mittel, das auch der Staat Arkansas ab Ostermontag bei einer Serie von sieben Hinrichtungen innerhalb von nur elf Tagen einsetzen wollte. Warum die Exekutionen am Fließband, wo doch in Arkansas seit 2005 niemand mehr exekutiert worden ist? Ende April läuft in dem Bundesstaat das Haltbarkeitsdatum für die noch vorhandenen Dosen an Midazolam für Exekutionen aus. Und da es immer schwerer wird, an Ersatz heranzukommen, wollte die Gefängnisbehörde keinen Verzug, geschweige denn einen dauerhaften Aufschub riskieren.

Nun haben Gerichte die sieben Exekutionen und zwei weitere zumindest vorläufig gestoppt – unter anderem nach Protesten der Pharmaindustrie, die nicht will, dass ihre Produkte für Hinrichtungen verwendet werden, und insbesondere der Beschwerde des Großhändlers McKesson, der sich von den zuständigen Stellen in Arkansas perfide getäuscht sieht.

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