Eli Lilly, Sanofi und Novo Nordisk

USA: Insulinpreise sinken um drei Viertel

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Berlin -

Die Kosten für die Insulintherapie sind auch in den USA bislang sehr hoch, viele Patient:innen mussten laut einer Umfrage sogar die Spritzen rationieren. Novo Nordisk, Eli Lilly und Sanofi senken die Kosten für ihre Insulinpräparate in den USA daher um bis zu 78 Prozent.

Laut des National Institute of Health lebten 2020 in den USA etwa 27 Millionen Menschen mit einer Diabetes-Diagnose, das entspricht mehr als 8 Prozent der Bevölkerung. Insgesamt geht das Institut von über 34 Millionen Patient:innen mit Diabetes-Erkrankungen in den USA aus. Eine Umfrage der US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) unter knapp 1000 Diabetiker:innen ergab 2021, dass jede:r sechste Patient:in Insulingaben aus Kostengründen schon rationieren muss. Die Preise für Insulin waren in den letzten Jahren immer weiter angestiegen, die Inflation ist auch in den USA sehr hoch.

Im August 2022 war durch den US-Senat der Inflation Reduction Act verabschiedet worden: Dieser erlaubt der staatlichen Krankenversicherung Medicare die Befugnis, mit Pharmaunternehmen die Preise für einige teurere Arzneimittel auszuhandeln. Für Insulin wurde der Eigenanteil für Patient:innen deshalb ab 2023 auf 35 Dollar pro Monat gedeckelt.

Selbstbeteiligungskosten senken

Eli Lilly machte am 1. März den Anfang und senkte die Preise für die am häufigsten verordneten Insuline um 70 Prozent. Für das markenlose Insulin wird der Listenpreis pro Fläschchen ab Mai nur noch 25 US-Dollar betragen, der Preis für Humalog wird im vierten Quartal um 70 Prozent auf etwa 83 Dollar sinken – aktuell kostet das 10-ml-Fläschchen noch rund 275 Dollar.

Damit erweitert Eli Lilly ein Programm, das bisher nur anspruchsberechtigten Patientengruppen den günstigeren Zugang zu den Arzneimitteln gewährt hatte. In Zukunft sollen für alle Patient:innen maximal 35 Dollar monatliche Selbstbeteiligung entstehen.

Erst ab 2024

Jetzt zogen auch die beiden großen Mitbewerber nach und kündigten drastische Preissenkungen an: Novo Nordisk senkt ab 2024 die Preise für Pens und Fläschchen sowohl für die markenlosen Insuline als auch Levemir, Novolin, Novolog und Novolog Mix um bis zu 75 Prozent. Für Levemir sinkt der Preis beispielsweise um 65 Prozent, ein Fläschchen wird dann noch etwa 108 Dollar kosten – aktuell sind es noch 309 Dollar.

Sanofi wird ab 2024 den Preis für Lantus um 78 Prozent senken, bei Apidra werden es 70 Prozent sein. Noch kostet ein Fläschchen Lantus 292 Dollar, dann werden es nur noch etwa 64 Dollar sein.

Mit den Preissenkungen gewährleisten die drei Konzerne, dass für Patient:innen mit Krankenversicherung die gedeckelten monatlichen Kosten für ihr Insulin von 35 Dollar eingehalten werden können. Auch Personen mit einem hohen Selbstbehalt in ihren Krankenversicherungsplänen und Nichtversicherte profitieren von den Preissenkungen.

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