Großbritannien

Supermärkte erobern Apothekenmarkt

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In Großbritannien gewinnen Supermarkt-Apotheken zunehmend an Bedeutung. Wie das britische Gesundheitsministerium im Rahmen einer parlamentarischen Anfrage mitteilte, sind im Zeitraum April 2006 bis März 2007 knapp 260 entsprechende Zulassungen für den nationalen Gesundheitsdienst NHS erteilt worden. Im Vorjahreszeitraum waren rund 160 Anträge genehmigt worden. Über die Anzahl an tatsächlichen Eröffnungen liegen laut Ministerium keine Zahlen vor.

Schätzungen von APOTHEKE ADHOC zufolge haben seit 1990 in Großbritannien rund 600 Supermarkt-Apotheken eröffnet, die mittlerweile fast ein Drittel des gesamten OTC-Umsatzes machen. Der Grund für den Vormarsch von Giganten wie Tesco, Sainsbury und Asda liegt im Vergabesystem der Kassenzulassungen: Seit 1987 ist deren Anzahl beschränkt und damit die Niederlassung von Apotheken indirekt reguliert. Seit 2003 können jedoch Einzelhändler auch ohne Bedarfsprüfung eine Apotheke eröffnen, wenn sie Öffnungszeiten von mehr als 100 Wochenstunden und eine gewisse Mindestgröße nachweisen können und dazu in einem Gewerbepark außerhalb des Stadtzentrums angesiedelt sind.

Mittlerweile haben die ersten Supermärkte nach amerikanischem Vorbild sogar Arztpraxen in ihren Filialen untergebracht. Auch die jüngste Pläne der Regierung, Apotheken stärker in Betreuungskonzepte einzubinden und zur ersten Anlaufstelle für Befindlichkeitsstörungen zu machen, könnte Beobachtern zufolge den unabhängigen Apotheken weiter Land abgraben. Der britische Apothekerverband warnte vor einem Sterben kleinerer Apotheken, die auf die Belieferung von Rezepten angewiesen seien.

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