Schweden

Parlament zerschlägt Apoteket

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Das schwedische Parlament hat sich mit einer knappen Mehrheit für den Umbau der staatlichen Apothekenkette Apoteket ausgesprochen. 147 Abgeordnete sprachen sich in der vergangenen Woche für den Aufbau einer neuen Holding für alle zentralen Dienste aus, um so den geplanten Verkauf von Apotheken zu erleichtern. 139 Parlamentarier stimmten dagegen, 63 Abgeordnete waren bei der Abstimmung nicht anwesend.

Die Umstrukturierung soll als Weichenstellung für die in Stockholm geplante Liberalisierung des Apothekenmarktes gesehen. Dem eigentlichen Ausverkauf des knapp 1000 Apotheken umfassenden Staatsbetriebs müssen die Abgeordneten erst noch zustimmen. Die neue Gesellschaft soll jedoch bereits jetzt damit beginnen, sämtliche Aufgaben jenseits des eigentlichen Apothekenbetriebs zu übernehmen. Dazu gehören neben statistischen Diensten verschiedene Services, die auch künftige Ketten in Zukunft zentral beziehen sollen.

Die konservative Regierung will sich aus politisch-ideologischen Gründen neben anderen Bereichen der Wirtschaft auch aus dem Apothekenmarkt zurückziehen. Im Dezember 2006, kurz nach ihrem Amtsantritt, war die Koalition der vier bürgerlichen Parteien („Allianz für Schweden“) mit ihren Plänen zur Liberalisierung an die Öffentlichkeit getreten und hatte eine entsprechende Untersuchungskommission eingesetzt, die im Januar ihre Empfehlungen vorlegte. Die Regierung will voraussichtlich 2009 die Liberalisierung durchziehen und bis zu den Wahlen 2010 abschließen. In der Bevölkerung wird der Ausverkauf mit gemischten Gefühlen gesehen, während große Konzerne sich auf den Markteintritt vorbereiten.

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