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Standortsuche: Apotheke bleibt im Container

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Berlin -

Als Bernd Schmudermaier vor zwei Jahren eine Apotheke in Mauerbach eröffnete, musste sie in einem Container untergebracht werden. Was als eine Übergangslösung gedacht war, entwickelt sich vorerst zum Dauerzustand. Denn die Suche nach geeigneten Geschäftsräume blieb bisher ergebnislos.

Ein- bis eineinhalb Jahre hatte der Apotheker für die Suche ursprünglich veranschlagt. Nun – zwei Jahre nach der Eröffnung – ist immer noch keine Alternative zur Container-Unterbringung in Sicht. Schmudermaier nimmt es aber mit Humor: „Das Sprichwort, dass nichts so dauerhaft ist, wie ein Provisorium, trifft hier mal wieder zu.“ Das Problem: In dem rund 3700 Einwohner großen Ort an der Stadtgrenze zu Wien gibt es einfach keinen Leerstand. Auch Baugrundstücke seien nicht vorhanden.

„Mauerbach hat nur wenige Geschäfte“, berichtet der Apotheker. Vor allem die Nähe zu Wien mache Einzelhändlern zu schaffen. Nur wenige Kilometer entfernt befindet sich seinen Angaben nach ein großes Einkaufszentrum. Und so gebe es in Mauerbach so gut wie keine Dynamik beim Einzelhandel. „Unter diesen Voraussetzungen ist es äußerst schwierig eine geeignete Lokalität zu finden“, sagt er. Bisher sei die Suche jedenfalls ergebnislos geblieben.

Zwar hat Schmudermaier die Suche nach geeigneten Geschäftsräumen noch nicht aufgegeben. Sollte das aber nicht klappen, könne er auch mit der jetzigen Situation gut leben, sagt er. Der Container, in dem die Apotheke untergebracht ist, steht nämlich auf dem Parkplatz des Lebensmittelhändlers Spar. „Das ist eine tolle Lage, die nur schwer zu toppen ist“, gibt Schmudermaier zu bedenken. So verfüge die Apotheke nicht nur über eine Vielzahl an Parkplätzen. Es würden außerdem Synergieeffekte durch die Nähe zum Spar entstehen, ist er überzeugt. „Die Lage ist nicht nur für uns und den Lebensmittelanbieter, sondern auch für die Kunden sehr vorteilhaft“, sagt der Apotheker.

Über rund 130 Quadratmeter verfügt die Mauerbacher Container-Apotheke, die Schmudermaier gemeinsam mit seiner Frau, die ebenfalls Apothekerin ist, sowie drei weiteren Angestellten betreibt. „Das ist durchaus ausreichend“, sagt der Apotheker. „Wenn ich bauen würde, würde die Apotheke auch nicht sehr viel größer werden.“ Zum Sortiment gehören rund 6.000 Arzneimitteln, Kosmetika, Nahrungsergänzungsmitteln und Tees. Bestellte Medikamente würden innerhalb von drei bis fünf Stunden geliefert.

Einige Nachteile gebe es aber schon, gibt er zu. So lasse beispielsweise die Isolation des Containers zu wünschen übrig. Das führe dazu, dass im Winter sehr viel geheizt werden müsse. An heißen Sommertagen würden dagegen die Klimaanlagen auf Hochtouren laufen. Das sei nicht nur kostenintensiv, sondern auch nicht besonders umweltfreundlich, bedauert der Apotheker.

Mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Apotheke und der Akzeptanz bei den Kunden ist Schmudermaier allerdings nach zwei Jahren zufrieden. „Bevor die Apotheke aufgemacht wurde, haben die Mauerbacher zwei Jahre lang keine Arzneimittelversorgung vor Ort gehabt“, sagt er. „Vielleicht war es deshalb etwas einfacher, sich hier zu etablieren.“ Doch es gebe auch Bedenken. Manch ein Einwohner von Mauerbach stehe der Container-Apotheke reserviert gegenüber und nimmt sie nicht als vollwertige Apotheke sondern eine Art „Notausgabestelle für Schwerkranke“ wahr. Das sei aber nur eine Frage der Zeit, bis auch sie überzeugt werden, meint der junge Apotheker.

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