Schweiz

Galenica unter Missbrauchsverdacht

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Die Schweizer Wettbewerbskommission (Weko) wirft einer Tochtergesellschaft der Pharmahandelsgruppe Galenica Marktmissbrauch vor. Die Documed AG soll ihre marktbeherrschende Stellung bei der Produktion des Arzneimittelkompendiums ausgenutzt haben. Pharmaunternehmen müssen für Einträge in den Medikamentenkatalog bezahlen, den Documed exklusiv produziert. In dem Kompendium für Ärzte und Apotheker sind sämtliche in der Schweiz zugelassene Medikamente aufgeführt.

Die Registrierungsbehörde Swissemedic schreibt vor, dass alle Arzneimittelinformationen in einem Printwerk zusammengefasst werden müssen. Zwar ist Documed nicht explizit beauftragt, das Unternehmen habe aber de facto ein Monopol, sagte ein Weko-Mitarbeiter gegenüber APOTHEKE ADHOC. Er bestätigte einen Bericht der „Berner Zeitung“, wonach Pharmaunternehmen unterschiedliche Beträge zahlen mussten, um in den Katalog aufgenommen zu werden. Dabei sollen kleinere Firmen diskriminiert worden sein.

Das Sekretariat der Weko habe seine Ermittlungen nun abgeschlossen und den Parteien Möglichkeiten zur Stellungnahme gegeben, erklärte der Mitarbeiter. Zu den Einzelheiten der Untersuchungsergebnisse könne er im laufenden Verfahren keine Angaben machen. Das Verfahren soll spätestens im September abgeschlossen sein.

In der Galenica-Gruppe sind neben der Documed Unternehmen aus der Pharmabranche zusammengeschlossen - vom Hersteller über Logistiker bis zur schweizerischen Apothekenkette GaleniCare. Der britische Pharmagroßhändler Alliance Boots hält rund 25 Prozent an Galenica.

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