Arzneimittelfälschungen

FDA warnt vor Internetversand

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Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat erneut davor gewarnt, Medikamente über das Internet zu beziehen. Online erworbene Arzneimittel könnten gefälscht oder nicht zugelassen sein. Aus aktuellem Anlass wiederholte die FDA ihre bereits im September ausgesprochene Warnung: Zuletzt habe die Behörde zwei Internetseiten entdeckt, auf der gefälschte Versionen des Schlankheitsmittels Xenical (Orlistat) vertrieben worden seien.

In einem Fall sei in dem Präparat ein zusätzlicher Wirkstoff enthalten gewesen. Der andere Anbieter habe Pillen versandt, die lediglich aus Stärke und Talkum bestanden. Dies seien nur einige Beispiele der Risiken des Arzneimittelversandes, warnt die FDA. Von Fälschungen betroffen seien häufig Medikamente gegen Krankheiten oder Beschwerden, bei denen Patienten aus Scham keinen Arzt aufsuchten. Doch auch für Arzneimittel wie Cholesterinsenker, die häufig in größeren Mengen bestellt würden, bestehe ein hohes Fälschungsrisiko, so die FDA.

Die Behörde rät US-Bürgern daher, nur von stattlich lizensierten Internetanbietern zu bestellen. Zudem sollten sie die bestellten Packungen stets mit den Präparaten vergleichen, die sie zuvor in Apotheken gekauft hatten.

Auch die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände warnte erneut vor der Bestellung von Medikamenten im Internet und forderte eine schärfere Überwachung durch die Behörden. Durch die "unkontrollierte Öffnung der Vertriebswege" hätten illegale Importe, vor allem aus Osteuropa, Überhand genommen. Laut ABDA werden Schäden durch die aus dubiosen Quellen bezogenen Arzneimittel häufig im Gesundheitssystem behandelt. Diesem "Betrug am Einzelnen und der Solidargemeinschaft" müsse mit aller Schärfe begegnet werden.

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