Großbritannien

Eli Lilly startet Exklusivvertrieb

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In Großbritannien hat mit Eli Lilly ein weiterer führender Pharmakonzern angekündigt, seine Produkte künftig nur noch über Logistikpartner auszuliefern. Als Partner sind Celesio-Tochter AAH und Phoenix im Boot. Der Vertrag läuft ab Sommer 2009; Details sollen in den kommenden Monaten nach Gesprächen mit den Apothekerverbänden bekannt gemacht werden.

Damit haben in Großbritannien fast alle großen Pharmakonzerne ihren Vertrieb in die eigene Hand genommen. Im März 2007 hatte Pfizer als erstes den so genannten Exklusivvertrieb (Direct to pharmacy, DTP) eingeführt. Pfizer und dem beteiligten Großhändler UniChem - laut Pfizer wollte sich damals kein anderer Großhändler beteiligen - war eisiger Wind aus der Branche entgegen geschlagen.

Doch schon wenige Monate später folgten andere Hersteller dem Modell. Die Front der Großhändler bröckelte ebenfalls, und so nahmen Sanofi-Aventis und Napp ab Sommer 2007 neben UniChem auch die beiden ehemaligen Kritiker AAH (Celesio) und Phoenix unter Vertrag. Der japanische Pharmahersteller Astellas übertrug im Dezember 2007 den Vertrieb seiner Immunsuppressiva exklusiv an UniChem.

AstraZeneca kooperiert seit Februar 2008 mit AAH und UniChem, Novartis folgte im August. Seit Anfang November werden schließlich alle verschreibungspflichtigen Produkte von GlaxoSmithKline in Großbritannien nur noch über AAH und UniChem ausgeliefert.

Während die britischen Apotheker damit bereits flächendeckend auf die Belieferung durch die drei paneuropäischen Pharmahändler angewiesen sind, startet der erste Hersteller ein ähnliches Modell bereits in Kontinentaleuropa: In Polen sollen bereits ab Januar die Produkte von AstraZeneca nur noch über drei Vertragsgroßhändler an die Apotheken geliefert werden. In Deutschland ist dagegen, trotz gegenteiliger Gerüchte, bislang offenbar noch keine Entscheidung gefallen.

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