Corona-Booster in der Apotheke: „Kick für die Imfquote“

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Berlin -

Seit einem halben Jahr warten die Apotheker:innen in Österreich darauf, dass sie ihre Kund:innen gegen Corona impfen dürfen. Da Apotheken im benachbarten Südtirol jetzt Booster-Impfungen durchführen dürfen, erneuert die Österreichische Apothekerkammer (ÖAK) ihr Angebot.

Mit dem niederschwelligen Angebot hofft die Provinzregierung in Bozen, die letzten noch nicht gegen Covid immunisierten Menschen für die Impfung zu mobilisieren. Den Vorstoß nimmt die Apothekerkammer in Wien zum Anlass, ihr Impfangebot an die rot-weiß-rote Bundesregierung zu erneuern. „Der dritte Durchgang zur Covid-19-Immunisierung hat begonnen. Das Impfen in der Apotheke ist der bei weitem effektivste Weg, die Durchimpfungsrate zu erhöhen“, so Präsidiumsmitglied Dr. Gerhard Kobinger.

„Apothekerinnen und Apotheker stehen bereit. Wir können hier einen immens wichtigen Beitrag leisten und den in Österreich niederschwelligsten Zugang zum Impfen ermöglichen. Wir punkten mit langen Öffnungszeiten, auch Wartezeiten gibt es in der Apotheke praktisch keine. Die Impfberatung ist bereits bewährter Teil unseres Leistungsportfolios. Die Entwicklungen in vielen Nachbarländern zeigen: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, der Bevölkerung auch die Impfung in der Apotheke anzubieten.“

Vorschlag Modellregion

Als ersten Schritt schlägt die Kammer die Schaffung einer Modellregion zum Impfen in der Apotheke vor. Dies sei international üblich und ein erfolgreicher Weg, denn es erlaube die genaue Evaluierung erster Erfahrungen, so Kobinger.

Die Voraussetzungen für eine effiziente Unterstützung der Ärzteschaft bei der Corona-Impfung, besonders bei den anstehenden Booster-Impfungen, seien erfüllt: „1500 Apothekerinnen und Apotheker in Österreich haben die nach internationalem Vorbild entwickelte Fortbildung absolviert, um möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zu impfen, sobald die Politik die Impferlaubnis entsprechend ausweitet. Je vielfältiger das Impfangebot, desto höher sind die Durchimpfungsraten in der Bevölkerung.“

Kobinger verweist auf andere europäische Länder, in denen das Impfen in den Apotheken bereits gelebte Praxis ist. Dazu zählen neben Italien auch Frankreich, Großbritannien und die Schweiz. Dort sei die Apothekerschaft auch in die aktuellen Covid-19-Impfaktionen eingebunden. „Wo Apothekerinnen und Apotheker Teil der Impfstrategie sind, impfen auch die Ärzte mehr als je zuvor, das ganze Impfthema bekommt einen ‚Kick‘ und die Durchimpfung steigt signifikant“, betont Susanne Ergott-Badawi, ebenfalls Präsidiumsmitglied der Apothekerkammer.

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