Großbritannien

AstraZeneca will nicht mehr produzieren

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Der britische Pharmakonzern AstraZeneca will künftig keins seiner Produkte mehr in Eigenregie produzieren. Dies berichtete die Tageszeitung Times vor wenigen Tagen. Vizepräsident David Smith kündigte an, sein Unternehmen werde nach und nach alle Produktionsschritte ausgliedern. Innerhalb von zehn Jahren soll AstraZeneca zu einer reinen Entwicklungs- und Marketingfirma umgebaut werden. „Urheberrechte, Forschung, Branding und Qualitätssicherung bleiben bei uns. Alles andere wird ausgegliedert“, so Smith gegenüber der Times.

Laut Smith zählen nicht die Produktion, sondern Innovation und Markenbildung zum Kerngeschäft des Konzerns. Daher setze AstraZeneca auf die Zusammenarbeit mit Lohnherstellern in China und Indien, die deutlich preisgünstiger produzieren könnten. Zur Zeit betreibt AstraZeneca 27 Produktionsstätten in 19 verschiedenen Ländern. Inwiefern durch die Ausgliederung zusätzlich zu den im Februar angekündigten 7600 Stellen weitere Arbeitsplätze gestrichen werden, ist unklar. Smith sprach vom Beginn eines fundamentalen Transformationsprozesses. Nur 12.000 der insgesamt 66.000 Mitarbeiter sind in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung des Konzerns beschäftigt.

Durch die Abkehr vom Konzept des vertikalisierten Herstellers will AstraZeneca die erwarteten Umsatzeinbußen ausgleichen. Innerhalb der nächsten fünf Jahre könnte der Konzern laut Times 38 Prozent seiner Einnahmen verlieren: Das Brustkrebsmittel Arimidex, dessen Jahresumsatz zuletzt bei 2,2 Milliarden US-Dollar lag, verliert 2010 den Patentschutz. Das Neuroleptikum Seroquel mit einem Jahresumsatz von 4,7 Milliarden Dollar sowie das Asthmamittel Symbicort mit einem Jahresumsatz von 3,7 Milliarden Dollar verlieren in den beiden Folgenjahren den Urheberrechtsschutz.

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