Wie schützt eine Mund-Nasen-Bedeckung vor Infekten?

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Berlin - Das Thema Mund-Nasen-Bedeckung als beständiger Begleiter im Alltag steht mit Blick auf den Infektionsschutz aktuell im Fokus. Die unterschiedlichen Varianten und ihre Wirksamkeit stiften jedoch teilweise noch immer Verwirrung. Abseits der aktuellen Lage stellt sich auch hinsichtlich eines generellen Infektionsschutzes – beispielsweise während einer Grippewelle oder in der Erkältungszeit -  die Frage, wie sinnvoll eine solche Maßnahme ist. Hier kommt ein Überblick über die wichtigsten Modelle, die Normung und ihre potenziellen Schutzwirkungen. Eine Übersicht der verschiedenen Maskenmodelle gibt es hier als Download.

Je nach Filterklasse und Ausführung halten die verschiedenen Masken unterschiedlich große Partikel ab, die durch Atmen oder Sprechen in die Umgebungsluft gelangen würden. Auch beim Husten oder Niesen wird so zumindest ein Teil des herausgeschleuderten Sekrets aufgefangen. Wichtig ist jedoch der richtige Umgang mit der Maske: Um einen optimalen Schutz zu erreichen, muss der Mundschutz regelmäßig gewechselt werden. Denn die Atemluft durchfeuchtet das Material und wird durchlässiger für Keime. Je nach Verwendungsgebiet gibt es hier unterschiedliche Empfehlungen, wie oft der Mundschutz gereinigt bzw. gewechselt werden sollte (siehe OP-Mundschutz vs. Community-Maske).

Offizielle Klassifizierungen

Weltweit gibt es verschiedene Klassifizierungen, wodurch unterschiedliche Bezeichnungen zustande kommen. In Deutschland werden die Filterklassen in drei Gruppen eingeteilt. Sie alle schützen jedoch nur vor Feststoffen – nicht aber vor Gasen oder Dämpfen. Die mittlerweile allseits bekannte Bezeichnung FFP stammt aus dem Englischen und steht für „Filtering Face Piece“. Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie empfiehlt das Robert-Koch-Institut (RKI) zum Schutz vor Viren mindestens Masken der Filterklasse 2.

  • FFP1: Ungiftige Stäube, Rauchpartikel
  • FFP2: Ungiftige Stäube, Rauchpartikel, krebserregende Stoffe
  • FFP3: Ungiftige Stäube, Rauchpartikel, krebserregende Stoffe, Viren, Bakterien, Pilzsporen, radioaktive Stoffe

KN95 & Co.: Masken aus China

Immer wieder lassen sich mittlerweile auch Masken mit der Bezeichnung KN95 und N95 finden. Diese Klassifizierung stammt aus China: Die Normen GB 2626-2006 und GB 19083-2010 wurden von der Standardization Administration of the People's Republic of China (SAC) herausgegeben. Seit Juni 2020 gilt die Norm GB 2626 -2019 statt GB 2626-2006. GB bezeichnet einen nationalen Standard, der bei der Produktherstellung zwingend eingehalten werden muss. In China werden dabei vier Maskentypen unterschieden: KN95, KN100 und KP95 sowie KP100.

Ende März wurden vom Generalsekretariat für Industrie und kleine und mittlere Unternehmen in China eine alternative Spezifikation für PSA-Masken (PSA = Persönliche Schutzausrüstung) mit europäischer CE- Kennzeichnung ausgesprochen: Die Norm GB2626 wird vom Hersteller in einem Selbstzertifizierungsverfahren in eigener Verantwortung angewendet. Aufgrund der Coronavirus-Krise ordnete die chinesische Regierung an, dass alle Masken auf drei Aspekte hin überprüft werden: Durchdringungsfähigkeit, Atemwiderstand und Kennzeichnung. Daher sollten alle Masken auf dem chinesischen Markt über Testberichte mit diesen drei Ergebnissen verfügen, die vom nationalen Qualitätsüberwachungs- und Testzentrum für persönliche Schutzausrüstung erstellt wurden.

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