E-Rezept: Versandapotheke bevorzugt | APOTHEKE ADHOC
Günstige Preise locken

E-Rezept: Versandapotheke bevorzugt

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Berlin -

Immer mehr Patient:innen bestellen ihre Arzneimittel bei Versendern, dabei gewinnt meistens der Anbieter mit den günstigsten Preisen. Auch beim E-Rezept können sich sechs von zehn Deutschen aktuell vorstellen, diese in einer Online-Apotheke einzulösen. Dies ergab zumindest eine Umfrage von DatamedIQ, ein Gemeinschaftsunternehmen von Shop Apotheke und Zur Rose.

Im September wurden durch DatamedIQ und Appinio mittels eines mobilen Fragebogens 1014 Personen zwischen 16 und 65 Jahren zum E-Rezept und telemedizinischen Angeboten befragt. Drei Viertel aller Befragten haben inzwischen bereits vom E-Rezept gehört oder verfolgen die Entwicklungen aktiv. In der Altersgruppe von 16 bis 24 Jahren wissen die Wenigsten Bescheid.

Die Bereitschaft, verschreibungspflichtige Arzneimittel online zu bestellen, hat zugenommen, liegt aber noch immer weit unter der Quote für OTC-Präparate. Circa 27 Prozent können sich noch immer nicht oder eher nicht vorstellen, Rx-Präparate über eine Online-Apotheke zu beziehen, im Juli 2021 waren es allerdings noch über 35 Prozent gewesen. Bei der Bestellung von OTC-Produkten über Online-Apotheken sank die Anzahl der Befragten, die es sich nicht oder eher nicht vorstellen können, von knapp 20 Prozent im Juli 2021 auf circa 16 Prozent im September 2022.

Etwa jede:r Vierte hat inzwischen bereits in einer Online-Apotheke OTC-Arzneimittel bestellt. Knapp 12 Prozent gaben an, verschreibungspflichtige Arzneimittel darüber bezogen zu haben, im Juli 2021 waren es noch weniger als 10 Prozent gewesen. Die Treue zu einzelnen Online-Apotheken hat dabei aber unter den Befragten abgenommen. Knapp 58 Prozent gaben an, die Apotheke zu wechseln. Im Juli 2021 kauften noch über 40 Prozent regelmäßig in der gleichen Online-Apotheke ein, nun gaben dies nur noch 30 Prozent der Befragten an.

Denn bei der Begründung für den Kauf in einer Online-Apotheke gaben drei Viertel der Teilnehmer:innen günstigere Preise an. Mehr als jede:r Zweite gab zudem an, Preise besser vergleichen zu können. Etwa vier von zehn Befragten nannten ein größeres Angebot in der Online-Apotheke, für knapp 40 Prozent war auch der Umstand ausschlaggebend, das Haus nicht verlassen zu müssen.

E-Rezept vor allem online

Knapp jede:r Zweite (45 Prozent) würde das E-Rezept bevorzugt online einlösen, über 60 Prozent können es sich insgesamt vorstellen. Mehr als jede:r Dritte nannte weniger Aufwand als Grund, über 28 Prozent gaben den Versand nach Hause an. Eine bessere Lieferfähigkeit wurde von 9 Prozent der Befragten benannt, für über ein Viertel war auch bei dieser Fragestellung ausschlaggebend, bessere Preise und Rabatte zu erzielen.

Telemedizin

Die Nutzung telemedizinischer Angebote ist deutlich angestiegen: Der Anteil Befragter, der diese noch nie genutzt hat, ist seit Juli 2021 von knapp 42 Prozent auf circa 25 Prozent gesunken. Allerdings geht es weniger um Videosprechstunden oder Therapiesitzungen, die nur 16 Prozent in Anspruch genommen haben. Vielmehr erhöhte sich vor allem der Anteil an Patient:innen, die die App ihrer Krankenkasse nutzen (etwa 45 Prozent). Aber auch schon von der Online-Terminvergabe haben 37 Prozent bereits Gebrauch gemacht.

Als häufigsten Grund für eine weiterhin bestehende Skepsis gegenüber der Telemedizin nannten Patient:innen eine Bevorzugung des persönlichen Kontaktes (knapp 64 Prozent), aber auch über 45 Prozent halten eine Diagnose vor Ort für genauer. Pluspunkte sammeln die Angebote durch eine höhere Convenience (knapp 64 Prozent) und kürzere Wartezeiten (etwa 65 Prozent).

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