Dialog in Daimler-Apotheke Schorndorf

Warken-Besuch mit Honorarzusage

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Berlin -

Am Samstag war Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) in der Daimler Apotheke im baden-württembergischen Schorndorf zu Gast. Apotheker und CDU-Stadtrat Thorsten Leiter lobte das „offene Ohr für die Basis“ der Ministerin. Warken wiederholte bei diesem Termin ihr Versprechen, dass die im Koalitionsvertrag geplante Erhöhung des Fixums kommen werde.

Leiter hatte die Ministerin bereits kurz nach ihrer Ernennung zum Dialog eingeladen. Vor ein paar Wochen sei dann die Zusage gekommen. Der Landtagsabgeordnete Christian Gehring und dessen Waiblinger Parteifreundin Christina Stumpp hätten den Kontakt vermittelt. Neben der Apothekerschaft waren auch andere Berufsgruppen vor Ort: Vertreter der Ärzteschaft, Orthopäden, Ergotherapeuten, Pflegekräfte und auch Vertreter der Kliniken nahmen teil. Eigentlich sei der Termin für eineinhalb Stunden eingeplant gewesen, doch die Ministerin blieb im Endeffekt gut zwei Stunden.

Warken „war komplett offen und authentisch“, so Apotheker. Sie habe zudem darum gebeten, im Nachgang weitere Informationen nachzuliefern.

Fokus auf pDL und Honorierung

Leiter konzentrierte sich mit Blick auf die Apothekenreform im Gespräch insbesondere auf zwei Punkte: „Ich habe mich zunächst bedankt für ihr offenes Ohr für die Basis – das ist mit Blick auf ihren Vorgänger nicht immer selbstverständlich“, betont er. Viele angedachte Maßnahmen im Gesetzesvorhaben gingen in die richtige Richtung, erklärte Leiter. Dazu zählten die Kompetenzerweiterungen beim Impfen, mehr pharmazeutische Dienstleistungen und auch die Rx-Abgabe ohne Rezept bei unproblematischen Krankheiten oder Dauermedikation in Notfällen. „Ich habe aber auch dringend darum gebeten, dass dies keine Selbstzahlerleistung wird“, berichtete er.

Bei den pDL müsse zudem dringend Bürokratie abgebaut werden. „Wenn es zu komplex ist, ist es zum Scheitern verurteilt“, erklärte Leiter. Mit einer Fülle an Formularen und Unterschriften werde es sonst an der Akzeptanz durch Patienten und Personal fehlen.

Der zweite wichtige Punkt sei das Honorar gewesen. Leiter argumentierte, dass es bald sowohl ein quantitatives als auch ein qualitatives Mitarbeiterproblem gebe, wenn Apotheker nicht bald höhere Gehälter zahlen könnten. „PTA haben circa 1000 Euro weniger Einstiegsgehalt als Pflegefachkräfte und Erzieher“, erklärte er. Es werde immer schwieriger, gut ausgebildete Mitarbeiter zu gewinnen. „Wir freuen uns, wenn Aufgaben wie Impfen oder Präventionsleistungen auf uns übertragen werden, aber dann brauchen wir auch mehr und gut ausgebildete Mitarbeiter.“

Warken wiederholt Versprechen

Warken habe daraufhin ihre Zusicherung, dass die Erhöhung des Packungsfixums kommen werde, wiederholt, dabei allerdings auch auf die Arbeit der GKV-Finanzkommission verwiesen. Die Kommission habe den Auftrag, die Fixumserhöhung auf 9,50 Euro einzupreisen. Die ersten Ergebnisse sollen im März vorgelegt werden. Die Fixumserhöhung solle dann parallel zum Gesetzesvorhaben per Verordnung angegangen werden. Angesichts der angespannten Finanzlage müsse man in der aktuellen Situation gut erklären, warum hier Mehrausgaben notwendig seien.

Im Nachhinein habe Warken von einem auffällig konstruktiven und sachlichen Austausch gesprochen. „Die Ministerin hat einen bürgernahen Eindruck gemacht; sie war in allen Themen drin, sachkundig und detailreich“, so das Fazit von Leiter.

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