Wieder 43 Apotheken weniger

Westfalen-Lippe: „Da wurden viele Reißleinen gezogen“

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Berlin -

Auch 2025 war geprägt vom Apothekensterben. Die Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL) hat schon aktuelle Zahlen parat. Fazit: „Der Trend kennt nur eine Richtung. Nämlich abwärts.“

„43 Apotheken haben im Jahr 2025 ihre Pforten geschlossen“, bilanziert AKWL-Hauptgeschäftsführer Dr. Andreas Walter zum Jahreswechsel die Apothekenstatistik der Kammer. 49 Schließungen stehen nur sechs Neueröffnungen gegenüber. Aktuell versorgen damit in Westfalen-Lippe noch 1613 Apotheken die Bürgerinnen und Bürger mit Arzneimitteln.

Zum Vergleich: Vor 20 Jahren, also zu Beginn des Jahres 2006, waren es noch 2245 Apotheken. „Das ist ein Rückgang von 28 Prozent und ein bitteres Warnzeichen an die Politik: Die Regierung muss die versprochene Stärkung der Vor-Ort-Apotheken möglichst schnell umsetzen. Anderenfalls gefährdet sie die flächendeckende Versorgung.“

Schließungswelle nach dem DAT

Dass die Politik maßgeblich die Ursache für die Schließungen trägt, zeigt laut Walter auch der Zeitpunkt, wann sie gemeldet wurden. „Zehn der 49 Apotheken, die heute nicht mehr am Netz sind, wurden uns direkt in den Tagen nach dem Deutschen Apothekertag gemeldet. In diesem Rahmen hatte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken verkündet, die im Koalitionsvertrag versprochene Honorarsteigerung nicht umzusetzen, sondern auf Wiedervorlage zu setzen.“ Das habe bei vielen Inhabern die Hoffnung auf eine Verbesserung der Lage ersticken lassen. „Da wurden viele Reißleinen gezogen.“

Dr. Andreas Walter im Porträt
Dr. Andreas Walter sieht die Politik in der Pflicht.Foto: AKWL

Unter den Kreisen und kreisfreien Städten ist die Stadt Dortmund trauriger Spitzenreiter mit fünf Schließungen (bei einer Neueröffnung). Die Kreise Borken, Recklinghausen und Siegen haben jeweils vier Apotheken verloren – ebenso wie der Kreis Soest, wobei letzterer immerhin drei Eröffnungen verzeichnete. Jeweils drei Apotheken schlossen in den Kreisen Höxter, Paderborn und Lippe ihre Pforten.

„Die Politik muss handeln“, so Walters Botschaft. Die Notwendigkeit einer Apothekenstärkung sei nach 13 Jahren Honorarstillstand ohne Inflationsausgleich längst erkannt, das zeige der Koalitionsvertrag. Walter fordert: „Nun muss das Versprechen auch gehalten werden.“

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