Sachsen

Telefonterror: Fangschaltung für Apotheker

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Berlin -

In Sachsen klagen Apotheker landesweit über Telefonterror vor allem im Nacht- und Notdienst. Rund 100 ungebetene Anrufe gingen in der letzten Zeit in Bischofswerda und anderen Regionen ein. Die Landesapothekerkammer rät den Apothekern, wie im Krimi eine Fangschaltung einzurichten. Es meldet sich immer derselbe Anrufer, ein gewisser „Herr Schmölzer“. 

Bis zu 30-mal hintereinander blockiert „Herr Schmölzer“ mit seinen Anrufen die Telefonleitung der diensthabenden Apotheker. Leidtragende könnten dadurch Patienten sein, die keinen Anschluss bekommen. Der Landesapothekerkammer sind rund 100 derartiger Fälle bekannt. „Wir gehen davon aus, dass es sich dabei immer um den gleichen Verursacher handelt, sicher belegen können wir das aber nicht. Der Schwerpunkt dieser Anrufe liegt in Ostsachsen“, so eine Sprecherin.

Die Apothekerkammer empfiehlt ihren Mitgliedern, entsprechende Anrufe genau zu dokumentieren und wenn möglich aufzuzeichnen. Mit diesen Informationen sollen sich die Apotheker an die Polizei wenden und die Kammer zu informieren. „Diese Empfehlung haben wir in letzter Zeit mehrfach an unsere Mitglieder weitergeleitet. Darüber hinaus haben wir unseren Mitgliedern weitere Hinweise, zum Beispiel zur Einrichtung einer sogenannten Fangschaltung, gegeben“, erklärte die Sprecherin.

Neben Bischofswerda gingen nach einem Bericht der Sächsischen Zeitung auch Anrufe in Demitz, Neukirch, Neustadt und Stolpen ein. Bis zu 30-mal hintereinander meldet sich dort ein „Herr Schmölzer“. Der Anrufer gab sich schon mal als Taxiunternehmen aus Konstanz am Bodensee aus und behauptete, die Apotheke habe bei ihm ein Taxi bestellt. Dann verwickelte er den diensthabenden Apotheker in ein längeres Gespräch. Offensichtlich verfügt „Herr Schmölzer“ über gewisse technische Möglichkeiten.

Ein anderes mal meldete er sich zunächst kurz und stellte dann eine Verbindung zwischen der angerufenen Apotheke und einem Schlüsseldienst irgendwo in Deutschland her. Das so vermittelte Gespräch hörte „Herr Schmölzer“ mit und lachte laut dazwischen. Auch andere Dienstleister, wie Abschleppdienste und Taxiunternehmen, werden von diesem Telefonterror heimgesucht. Die Polizei fahndet nach dem Täter.

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