Lyrica: Patentverletzung in der Apotheke?

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Berlin -

Der Patentstreit um Lyrica (Pregabalin) könnte in der Offizin zum Problem werden. Das Antiepileptikum ist in zwei Indikationen generisch verfügbar, zur Anwendung bei neuropathischen Schmerzen aber noch geschützt. Winapo-Anwender erhalten bereits einen Warnhinweis, der Deutsche Apothekerverband (DAV) prüft den Fall noch. Im schlimmsten Fall müssten die Mitarbeiter am HV-Tisch künftig die Indikation abfragen.

Auf den ersten Blick könnte den Apothekern der Patentstreit einerlei sein. Denn auf dem Rezept steht generell keine Indikation, und Apotheker sind gesetzlich auch nicht zur Abfrage verpflichtet. Doch schon 2009 standen die Pharmazeuten zwischen den Fronten: Im Zusammenhang mit den Rabattverträgen wurde diskutiert, ob für den Austausch der Indikationsbereich deckungsgleich sein muss.

Bereits eine Überschneidung im Anwendungsgebiet sei ausreichend, um Rabattverträge zu bedienen, beendete das Bundesgesundheitsministerium (BMG) seinerzeit die Debatte. Insofern ergäben sich keinerlei haftungsrechtliche Konsequenzen für die Apotheker.

Doch zur gleichen Zeit kam das Hanseatische Oberlandesgericht (OLG) in einem Streit um Clopidogrel zu einem ganz anderen Ergebnis: Apotheker seien gemäß Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) verpflichtet, eventuelle Unklarheiten – etwa durch Rücksprache mit dem verordnenden Arzt – vor der Abgabe zu beseitigen. Der Apotheker müsse sich „Gewissheit darüber verschaffen, dass das ausgewählte preisgünstige Arzneimittel für die der Verschreibung zugrunde liegende Indikation zugelassen ist, um einen unter dem Aspekt der Verkehrsfähigkeit des Arzneimittels unzulässigen Off-label-Use zu verhindern“, hieß es in dem Urteil.

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