Der Fonds für pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) hat sich auch im dritten Quartal weiter gefüllt. Zwar wurden mehr Services abgerechnet, doch die Einnahmen übersteigen die Ausgaben nach wie vor um ein Vielfaches. Mit der Apothekenreform will das Bundesgesundheitsministerium (BMG) den Stecker ziehen.
8777 Apotheken haben im dritten Quartal pDL abgerechnet, das waren etwas mehr als zweiten Quartal (8595). Insgesamt wurden laut Nacht- und Notdienstfonds (NNF) 11,3 Millionen Euro abgerufen, das waren 12 Prozent mehr als im zweiten Quartal und 55 Prozent mehr als im dritten Quartal des Vorjahres.
91.274 Patientinnen und Patienten nahmen laut NNF die Einweisung zu Inhalativa in Anspruch, 18 Prozent mehr als im Vorjahresquartal, aber 16 Prozent weniger als im Vorquartal. Bei 78.949 Patienteninnen und Patienten mit mehr als fünf Arzneimitteln wurde die erweiterte Medikationsberatung bei Polymedikation durchgeführt (plus 69 beziehungsweise plus 21 Prozent). Die „standardisierte Risikoerfassung hoher Blutdruck“ wurde 44.527 Mal erbracht (plus 43 beziehungsweise plus 13 Prozent). Keine Angaben macht der NNF zu den pDL orale Krebstherapie und Organtransplantation.
Allerdings flossen erneut knapp 35 Millionen Euro in den Fonds, sodass nach Abzug eines symbolischen Betrags in Höhe von 1000 Euro für die Verwaltungsausgaben mehr als 548 Millionen Euro zur Ausschüttung bereit standen. Nach der Auszahlung an die Apotheken liegen nun 537 Millionen Euro im Topf.
Mit der Apothekenreform will das BMG den Stecker ziehen und die 20 Cent, die bislang pro Packung in den pDL-Topf fließen, auf den Notdienst umverteilen. Unklar ist noch, was mit den Rücklagen passiert, die Kassen fordern, dass das Geld an sie zurückgegeben wird, was allerdings mangels Zuordnung nur schwer möglich ist. pDL sollen künftig direkt mit den Kassen abgerechnet werden.
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