Brandenburg

OTC bei Elac bis 18 auf Rezept

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Berlin -

Die IKK Brandenburg und Berlin will Familien stärker an sich binden. Versicherte können sich beim „IKK Kids“-Programm eintragen und dadurch OTC-Präparate für Kinder bis zum 18. Geburtstag erstattet bekommen. 30 Mitglieder der Apothekenkooperation Elac Elysée (Guten-Tag-Apotheken) rechnen die Kosten direkt mit der Kasse ab.

Der Vertrag läuft seit Anfang 2014. Zuvor seien die Verhandlungen mit dem Berliner Apotheker-Verein und dem Apothekerverband Brandenburg ergebnislos geblieben, sagt ein Sprecher der Kasse. Derzeit seien rund 5000 Kinder und Jugendliche eingeschrieben. Die Tendenz sei steigend. Wie viele Grüne Rezepte insgesamt bereits über Apotheken abgerechnet wurden, konnte er nicht sagen.

Bisher rechnen nur Guten-Tag-Apotheken direkt mit der Kasse ab. „Die Rezepte werden einfach gesammelt und am Monatsende der Kasse zur Abrechnung zur Verfügung gestellt“, sagt Elac-Geschäftsführer Frank Baer. Das Modellprojekt solle sukzessive auf andere Apotheken erweitert werden. Der Vertrag ist nicht befristet.

Bei der IKK wird das Projekt positiv bewertet: Familien würden dadurch direkt entlastet. Außerdem sei der nicht zu unterschätzende Aufwand in der Administration dadurch geringer. Den beteiligten Apotheken werde durch „IKK Kids“ ermöglicht, Versicherte als Stammkunden zu gewinnen.

Um die Kosten erstattet zu bekommen, muss das Rezept von einem am Kids-Programm teilnehmenden Arzt ausgestellt werden. Wird es nicht bei einer Partnerapotheke eingelöst, müssen die Versicherten Verordnung und Quittung bei der Kasse selbst einreichen.

Krankenkassen sind eigentlich nur verpflichtet, die Kosten von OTC-Produkten für Kinder bis zu einem Alter von zwölf Jahren zu übernehmen. Im Anschluss sind die Medikamente für Kinder laut IKK oft ein großer Kostenfaktor. Weitere Leistungen im Kids-Programm sind verschiedene Vorsorgeuntersuchungen etwa bei Zahn- und Augenärzten.

An den etwa 790 Millionen Gesamtverordnungen im vergangenen Jahr haben Grüne Rezepte laut Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) zuletzt einen Anteil von gut 6 Prozent erreicht. Die meisten Verordnungen würden in Apotheken vor Ort eingelöst. Die Empfehlung des Arztes über ein Grünes Rezept kann nicht nur für Kinder, sondern über sämtliche apothekenpflichtige Arzneimittel für alle Patienten gegeben werden.

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