In Stuttgart startet heute der CDU-Parteitag. In Umfragen liegt die Partei unter den Ergebnissen der Bundestagswahl und auch Parteichef Friedrich Merz fehlt es an Rückhalt – auch von den Apotheken. Die im Koalitionsvertrag verankerte Honorarerhöhung lässt auf sich warten und die Apothekenreform gefährdet mit der geplanten PTA-Vertretung das Fremdbesitzverbot. Ihren Unmut machen die Apotheken aus Baden-Württemberg heute auf dem Gelände der Messe Stuttgart mit einem Flashmob laut.
Die Apotheken starten ihren Flashmob rund um die Messe Stuttgart heute und morgen von 8 bis 10:30 Uhr. Erwartet werden 80 bis 150 Botenautos, die mehrere Runden um das Messegelände drehen oder sich gut sichtbar im Parkhaus P22 positionieren. Die Autos sind mit Magnetfolie und Fahnen versehen. „Honorar im Stau! Apotheken am Limit“, ist auf den Fahrzeugen zu lesen. „Honorar muss steigen – Apotheken müssen bleiben“, heißt es auf den Fahnen.
Das Ganze ist dezentral organisiert, eine Demo haben die Apothekerinnen und Apotheker nicht angemeldet. Diese wäre im Sicherheitsbereich wohl auch nicht genehmigt worden. Die Delegierten des Parteitags werden aber auch auf Bahnhöfen und am Flughafen mit Plakaten der Abda empfangen.
Klare Botschaften an die Politik und eine Erinnerung an das Versprechen von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU). Dass die Erhöhung des Packungsfixums kommen werde, hatte Warken den Apotheken zugesichert und dabei auf die Arbeit der GKV-Finanzkommission verwiesen. Die habe den Auftrag, die Fixumserhöhung auf 9,50 Euro einzupreisen. Die ersten Ergebnisse sollen im März vorgelegt werden. Die Fixumserhöhung solle dann parallel zum Gesetzesvorhaben per Verordnung angegangen werden.
„Wir vertrauen auf das Wort der Ministerin und unterstützen, was sie sagt – nämlich dass die 9,50 Euro kommen“, untermauerte Thomas Müller, Abteilungsleiter im Bundesgesundheitsministerium das Versprechen im APOTHEKE LIVE. Das stehe nicht nur im Koalitionsvertrag, sondern sei auch ein persönliches Versprechen der Ministerin, wie Müller noch einmal bestätigt habe. „Wir gehen fest davon aus, dass es keinen politischen Wortbruch geben wird.“