BVerwG: Belieferung innerhalb einer Stunde

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Berlin -

Krankenhausversorgende Apotheken sollten innerhalb einer Stunde das Krankenhaus beliefern können. Dies hat das Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) in Leipzig entscheiden. In den jetzt vorliegenden Urteilsgrünen erklären die Richter, warum eine unverzügliche Versorgung aus ihrer Sicht so wichtig ist.

In dem Streitfall wollte eine Apotheke ein Bremer Krankenhaus in 216 Kilometer Entfernung beliefern. Die zuständige Behörde hatte dies untersagt, dagegen hatte die Apotheke geklagt. Das BVerwG hatte der Behörde im Juli recht gegeben.

Laut der Urteilsbegründung kann eine maximale Belieferungszeit von einer Stunde als „praktikabler Anhaltspunkt“ gesehen werden. Im vorliegenden Fall war die Distanz in Verbindung mit der stauanfälligen Autobahn aus Sicht der Leipziger Richter jedoch zu groß.

Ein Notfalldepot sei keine Alternative zu einer zeitnahen Versorgung. Dies könne nicht jeden kurzfristigen Bedarf sicherstellen, heißt es in der Begründung. Denn ein unerwarteter Mehrbedarf, ein versehentlicher Fehlbestand oder eine eingeschränkte Lagerfähigkeit könne trotzdem zu einem unerwarteten Arzneimittelbedarf führen.

Das Gericht schließt sich mit der Zeitvorgabe den Empfehlungen der Bundesapothekerkammer (BAK) sowie des Bundesverbands Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) und des Bundesverbands der klinik- und heimversorgender Apotheken (BVKA) an. Diese Vorgaben bieten laut Gericht einen praktikablen Anhaltspunkt.

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