Bild: Priorisierung wird bald aufgehoben

, Uhr aktualisiert am 22.04.2021 14:49 Uhr

Berlin - Die Impfpriorisierung könnte bereits ab Ende Mai aufgehoben werden, berichtet Bild unter Berufung auf interne Gespräche zwischen Bundesregierung sowie den Chefs der Staatskanzleien der Länder. Dann könnten sich alle erwachsenen Bürger impfen lassen – noch bevor die Gruppe der Apothekenmitarbeiter:innen überhaupt aufgerufen wurde. 

Laut Bild erwartet der Bund stark steigende Liefermengen, sodass die Impfpriorisierung ab Mai aufgehoben werden könnte. Zitiert wird Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU), der bestätigte, dass die Impfpriorisierung vermutlich ab „Ende Mai“ oder „Anfang Juni“ wegfallen könnte. Dies werde auch Thema des nächsten Impfgipfels von Bund und Ländern am kommenden Montag sein.

Aus Sicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn könnte wohl im Juni keine offiziell festgelegte Reihenfolge mehr nötig sein. Wenn es früher sein sollte, wäre er froh, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im Bundesrat. Er gehe Stand heute aber davon aus, dass die Priorisierung im Juni aufgehoben werden könne. Nach den laufenden Impfungen alter und chronisch kranker Menschen in den ersten zwei Prioritätsgruppen solle im Mai die dritte und letzte Prioritätsgruppe geöffnet werden. Dazu gehören über 60-Jährige und auch bestimmte Berufsgruppen.

Spahn betonte, dass das Impftempo nun im zweiten Quartal mit mehr Impfstofflieferungen und der Einbeziehung von Praxen zunehme. Derzeit habe mehr als jeder Fünfte in der Bevölkerung eine erste Impfung, bis Ende April werde es jeder Vierte sein und im Mai jeder Dritte. Im Juni sollten neben Hausärzten auch Betriebsärzte regelhaft einbezogen werden.

Die Priorisierung bröckelt ohnehin schon, weil bereits mehrere Bundesländer den Impfstoff von AstraZeneca freigegeben haben. Die Vakzine wird nach den Meldungen über Nebenwirkungen und der damit verbundenen Einschränkung für Patient:innen über 60 Jahren kaum nachgefragt, sodass sie nun jedem Bürger, der dies wünscht, in Sachsen, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern geimpft wird. Vielerorts führen die Praxen Wartelisten, damit der Impfstoff nicht verfällt.

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