Qualitätssicherung

NRW: 12.000 Testkäufe in acht Jahren

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Berlin -

Die Apothekerkammern in Nordrhein-Westfalen nehmen die Kontrolle ihrer Mitglieder ernst: Seit 2005 wurden zwischen Rhein und Ruhr knapp 12.000 Testkäufe in Apotheken durchgeführt. Fazit: Die meisten Beratungen waren gut, ein Drittel allerdings verbesserungswürdig.

Seit zehn Jahren führen die Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL) und die Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) eigene Testkäufe mit Fachpersonal durch. Zuvor wurde bei den Testkaufserien in den Jahren 2003 und 2004 vor allem die grundsätzliche Beratungsbereitschaft der Apotheken auf den Prüfstand gestellt. Seit 2005 fragen die Pseudo Customer auch konkret zu Symptomen und konkreten Präparaten.

„All unsere Testkäufe werden von pharmazeutischem Fachpersonal durchgeführt. Sie können aufgrund ihrer Ausbildung die Qualität besonders gut bewerten und auch anspruchsvollere Überprüfungen vornehmen als Laien“, so AKWL-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening. Ihr Kollege aus Nordrhein, Lutz Engelen, sagt: „Uns geht es dabei um die Erhebung der tatsächlich geleisteten pharmazeutischen Qualität und nicht um populistische Schnellschüsse.“

Die Auswertung der Gesamtergebnisse bescheinige zwei von drei Apotheken „eine umfassende oder angemessene Beratung“, so die Kammern. Als verbesserungswürdig bewerteten die Kammern 30 Prozent der Beratungen. Dies seien insbesondere die Testkauf-Szenarien, bei denen es um einen konkreten Präparatewunsch ging. In 2,7 Prozent der besuchten Apotheken erfolgte – auch auf Nachfrage – keine Beratung.

Die getesteten Apotheken werden von den Kammern über die Resultate informiert. „Bei schwerwiegenden Verstößen, die glücklicherweise die seltene Ausnahme sind, ergreifen wir selbstverständlich Sanktionen“, so Engelen. Die Kammern unterbreiteten den Apotheken aber auch konstruktive Verbesserungsvorschläge wie Team-Schulungen.

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