Die Retax-Waffen der Apotheker

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Berlin -

Als Apotheker ist man den Krankenkassen ausgeliefert. Insbesondere Retaxationen wegen Formfehlern wirken auf viele Kollegen wie eine Sackgasse, jüngst erklärte der Verbandschef in Mecklenburg-Vorpommern, Axel Pudimat, gegenüber der Ostsee-Zeitung, die Grenze zur Kriegserklärung sei überschritten. Vielleicht haben die Apotheker tatsächlich noch nicht alle Waffen gezogen. 

Die Mehrheit der Teilnehmer einer Umfrage von APOTHEKE ADHOC sieht offenbar noch Luft für die Apotheker im Kampf gegen Nullretaxationen. 68 Prozent sagen von sich, sie würden aktiv Maßnahmen ergreifen, um Nullretaxationen entgegenzutreten. 25 Prozent glauben, der richtige Weg sei, Öffentlichkeit und Presse einzuschalten. 21 Prozent würden ihre „Kunden auffordern, die Kasse zu wechseln“, 4 Prozent immerhin ihre Mitarbeiter. 18 Prozent würden so weit gehen, „gar keine Rezepte der jeweiligen Kasse mehr zu beliefern“.

Etwas vorsichtiger würden noch 27 Prozent der Befragten vorgehen. Sie würden den Kunden „bei jeder Auffälligkeit zum Arzt zurückschicken“. 3 Prozent meinen, ein „Gespräch mit der Kasse“ sei die Lösung. Ebenso viele haben weniger Hoffnung: Sie glauben, „Ertragen und besonders vorsichtig sein“ sei der richtige Weg. Am 8. und 9. Dezember nahmen 442 Leserinnen und Leser von APOTHEKE ADHOC an der Umfrage teil.

Unter den Krankenkassen gibt es mehr oder weniger berüchtigte Retax-Vertreter. Die DAK beispielweise sorgt regelmäßig mit besonders spitzfindigen Retaxationen für Empörung in Apothekerkreisen. Erst Anfang der Woche hatte sich der neue Sprecher der DAK-Gesundheit in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, Sönke Krohn, zu Formretaxationen geäußert. Er teilt die Meinung des DAK-Chefs Professor Dr. Herbert Rebscher, dass die Apotheker in weiten Teilen selbst schuld seien – schließlich hätten sie die Verhandlungen abgebrochen.

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