Kritische Patientengruppen

Selbstmedikation bei Diabetes APOTHEKE ADHOC, 29.08.2019 14:58 Uhr

Berlin - Diabetiker zählen häufig zu den Stammkunden der Apotheke: Regelmäßig holen sie ihr vom Arzt verordnetes Insulin oder Antidiabetikum sowie Teststreifen und Pennadeln. Doch wie sieht es aus, wenn Diabetiker mal etwas für die Selbstmedikation brauchen? Hier folgt ein kleiner Überblick, was ist bei der Beratung von Schmerzmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln & Co. zu beachten ist.

Etwa 90 Prozent der Diabetiker leiden an Typ-2-Diabetes: Häufig tritt dieser nach dem 40. Lebensjahr auf. Es handelt sich um einen sogenannten „relativen Insulinmangel“. Das bedeutet, die Bauchspeicheldrüse produziert zwar Insulin, aber die Körperzellen verlieren ihre Empfindlichkeit für das Hormon. Oft ist auch die Ausschüttung des Insulins aus den Bauchspeicheldrüsenzellen gestört. Um dies auszugleichen, schüttet die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin aus. Es kommt zu erhöhten Blutzuckerwerten. Ungesunde Ernährung, Übergewicht und mangelnde Bewegung erhöhen das Risiko für Typ-2-Diabetes.

Typ-1-Diabetes beginnt hingegen meist schon im Kindes- oder Jugendalter: Hierbei kommt es zu einem absoluten Mangel an Insulin. Ursache ist meist eine Fehlreaktion des Immunsystems. Die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse gehen zugrunde, dadurch steigt der Blutzuckerspiegel an und die Patienten werden insulinpflichtig. Diabetes äußert sich oft durch starken und vermehrten Harndrang und ständigen Durst, aber auch Symptome wie Müdigkeit, trockene Haut und wiederkehrende Infekte können auftreten.

Grundsätzlich gilt es, die komplette Medikation zu betrachten, denn eine Patentlösung für die Beratung von diabetischen Patienten gibt es nicht: Sucht der Diabetiker zum Beispiel nach einem geeigneten Schmerzmittel ist es wichtig zu wissen, welche Medikamente eingenommen werden. Häufig werden neben oralen Antidiabetika auch blutdrucksenkende Mittel wie Betablocker oder Diuretika eingesetzt. Die gleichzeitige Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS), Naproxen, Ibuprofen und Diclofenac kann die Wirkung von blutdrucksenkenden Arzneimitteln abschwächen. ASS kann in hohen Dosierungen die Wirkung des oralen Antidiabetikums Glibenclamid verstärken: Die Folge kann eine gefährliche Unterzuckerung sein.

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