Selbstverteidigung

Reizstoffspray to go

, Uhr
Berlin -

So mancher Apothekenkunde steht staunend am HV-Tisch beim Betrachten des Pfeffersprays. In einem Pappkarton mit Foliendeckel ist es zusammen mit CS-Gas an den Kassenplätzen zwischen Bonbons, Lollys und Lippenpflege zu finden. Ein Waffenhändler aus dem Ruhrgebiet findet das bedenklich.

„Apothekern fehlt die Erfahrung mit solchen Mitteln“, so der Waffenhändler aus Essen gegenüber „Der Westen“. Die Apotheken schlagen zurück: „Unsere Mitarbeiter sind geschult.“ Wer sich noch immer wundert, ist der Kunde. Denn der fragt sich, ob das Spray überhaupt einfach so verkauft werden darf und er nicht mit dem Erwerb gegen das Waffengesetz verstößt.

Pfefferspray und CS-Gas sind laut Waffengesetz erlaubt, vorausgesetzt die Produkte verfügen über entsprechende Prüfzeichen. Reizstoffsprühgeräte, die gegen Angriffe von Hunden oder Tieren im Allgemeinen schützen sollen, sind laut Gesetzestext keine Waffen. So dient Pfefferspray mit dem Inhaltsstoff Oleoresin Capsicum ausschließlich der Tierabwehr und darf ohne Altersbeschränkung abgegeben und mitgeführt werden. Das Spray muss mit dem Kennzeichen der Physikalisch Technischen Bundesanstalt (PTB) gekennzeichnet sein.

PTB gibt an, dass das Spray gesundheitlich unbedenklich ist und nur die zulässige eingeschränkte Sprühdauer und Reichweite vorweist. Pfefferspray darf nicht gegen Menschen eingesetzt werden. Auch im Rahmen der Notwehr handelt es sich um Körperverletzung.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Mehr zum Thema
Neues Angebot für die Schweiz
Weleda will Rezepturen herstellen »
21. und 22. Mai – Jetzt noch anmelden!
APOTHEKENTOUR: „Offenbach, wir kommen“ »
Mehr aus Ressort
Sticker, Tipp-Ex, Streichen
Fehldruck: Rezepte richtig korrigieren »

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Auf antibakterielle Wirkstoffe besser verzichten
Hautcremes können dem Mikrobiom schaden»
Erste Leitlinie für Diagnose & Behandlung
Vitiligo: Wenn der Haut die Pigmente fehlen»