Apo-Tipp

Medizinprodukte sicher abrechnen Eva Bahn, 13.06.2019 13:10 Uhr

Berlin - Die korrekte Abrechnung von Medizinprodukten auf Kassenrezept ist nicht immer leicht. Welche Regeln gelten hier, und welche Unterschiede gibt es von Kasse zu Kasse? Wie ist die Definition eines Medizinproduktes und wie unterscheiden sie sich von Arzneimitteln oder Hilfsprodukten? Wann sind sie erstattungsfähig, und in welchen Fällen muss der Kunde selbst bezahlen? Welche Produkte müssen getrennt verordnet werden, und welche rechtlichen Grundlagen gelten bei der Abrechnung?

Ein Medizinprodukt wird definiert als ein Gegenstand, ein Stoff oder auch eine Software, die zu therapeutischen oder diagnostischen Zwecken für Menschen verwendet wird. Seine Hauptwirkung ist dabei physikalisch und nicht pharmakologisch. Bei der Abrechnung zulasten der Krankenkassen gilt zunächst grundsätzlich, dass Medizinprodukte grundsätzlich nicht erstattungsfähig sind. Die Ausnahmen dieser Regel finden sich in der Arzneimittel- Richtlinie des G-BR in der Anlage V.

Dort wurde festgehalten, dass ein Medizinprodukt erstattungsfähig ist, wenn es:

  • entsprechend seiner Zweckbestimmung nach Art und Ausmaß der Zweckerzielung zur Krankenbehandlung im Sinne des § 27 Abs. 1 S. 1 SGB V und § 28 geeignet ist,
  • eine diagnostische oder therapeutische Interventionsbedürftigkeit besteht,
  • der diagnostische oder therapeutische Nutzen dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse entspricht und
  • eine andere, zweckmäßigere Behandlungsmöglichkeit nicht verfügbar ist.

Sobald ein Medizinprodukt also in der Anlage V zu finden ist, erstattet es die Kasse. Vorsichtig ist jedoch geboten, da manche der dort aufgeführten Produkte einer Befristung unterliegen. Ist diese abgelaufen und wird es abgegeben, so wird auch das Rezept retaxiert. Die Herstellerfirmen sind oft bemüht, diese zeitlichen Grenzen zu erweitern. Ein Beispiel für eine verlängerte Befristung ist „Serumwerk-Augenspüllösung BSS“, deren Frist vom „14. Dezember 2017“ auf den „14. Dezember 2019“ nur ein paar Wochen vor deren Ablauf ausgedehnt werden konnte. Daher ist es immer nötig, vor der Abgabe auf die neueste Fassung der Arzneimittel-Richtlinie zu achten.

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