Entlassrezept: Ein besonderes Muster-16-Formular

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Berlin - Seit Oktober 2017 stellt das sogenannte „Entlassrezept“ ein besonderes Muster-16-Formular dar. Für die Apotheken gibt es bei der Belieferung einige Extras zu beachten – ein Überblick.

Das Entlassrezept – Aussehen und Nutzen

Optisch handelt es sich um ein herkömmliches Muster-16-Formular – es muss jedoch entsprechend als Entlassrezept gekennzeichnet sein: Dazu erhält es den Aufdruck „Entlassmanagement“, um es von ambulanten Verordnungen unterscheiden zu können. Verordnungen im Rahmen des Entlassmanagements können zum Beispiel bei Entlassungen am Mittwochnachmittag, vor dem Wochenende, vor Feiertagen oder bei einer schlechten Erreichbarkeit des Arztes im ländlichen Raum, eine gute Möglichkeit darstellen. Ziel der Entlassverordnung ist es Versorgungslücken zu vermeiden und den Patienten zu entlasten.

Wer darf ein solches Rezept ausstellen?

Grundsätzlich darf das Entlassrezept nur von Klinikärzten ausgestellt werden – verordnen können Klinikärzte mit abgeschlossener Facharztausbildung. Ihnen fehlt jedoch die „Lebenslange Arztnummer“ (LANR). Zwar wurde im vergangenen Jahr die Vergabe einer Krankenhausarztnummer eingeführt – jedoch ist diese noch nicht an alle Klinikärzte vergeben. Daher soll bis zum 31. Juli in das Feld der Arztnummer die Pseudoarztnummer bestehend aus 4444444 und in den Ziffern acht und neun aus dem Facharztgruppencode gedruckt werden.

Dies ist ausnahmsweise zulässig, wenn ein im Krankenhaus angestellter Arzt, der zur Ausstellung eines Entlassrezeptes berechtigt ist, keine LANR und keine Krankenhausarztnummer besitzt. Eine Prüfpflicht für die Apotheke besteht nicht. Zudem muss die versorgungsspezifische Betriebsstättennummer (BSNR) des Krankenhauses aufgedruckt werden, diese wird nach Antrag von der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung (KV) erteilt. Die Rezeptausstellung erfolgt am Entlassungstag.

Wie lange ist das Rezept gültig?

Verordnungen über Arzneimittel müssen binnen drei Kalendertagen eingelöst werden. Das Ausstellungsdatum wird dabei mitgezählt. Patienten können das Entlassrezept in jeder öffentlichen Apotheke einlösen.

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