Rezeptänderung

Aut-idem Kreuz: Tipp-Ex oder durchstreichen? APOTHEKE ADHOC, 08.04.2019 14:14 Uhr

Berlin - Seit 2002 untersagt das gesetzte aut-idem-Kreuz der Apotheke den Austausch auf ein wirkstoffgleiches Arzneimittel. In allen anderen Fällen muss nach § 129 Sozialgestezbuch (SGB V) der Austausch auf ein rabattiertes Arzneimittel erfolgen. Für Import/Original gibt es eine Ausnahme, hier ist aut-idem außer Kraft, denn sozialrechtlich gelten beide Varianten als ein- und dasselbe. Das Kreuz ist Fluch und Segen zugleich, denn in einigen Fällen wünschen die Patienten einen Austausch oder ein Austausch ist aufgrund eines vorübergehenden Lieferengpasses unumgänglich. Darf der Apotheker das Kreuz einfach streichen?

Die Antwort lautet schlichtweg nein, weder per Hand noch durch Tipp-Ex. Eine Änderung obliegt dem Arzt. Denn auch nur der Verschreibende ist zum Substitutionsausschluss durch aut-idem berechtigt. Begründet ist dies in § 73 Absatz 5 Satz 2 SGB V: „Sie können auf dem Verordnungsblatt oder in dem elektronischen Verordnungsdatensatz ausschließen, dass die Apotheken ein preisgünstigeres wirkstoffgleiches Arzneimittel anstelle des verordneten Mittels abgeben.“

Dabei ist es unerheblich ob das Kreuz handschriftlich oder maschinell gesetzt wird. Der Rahmenvertrag hält dazu Folgendes fest: „Der Vergütungsanspruch des Apothekers entsteht trotz nicht ordnungsgemäßer vertragsärztlicher Verordnung oder Belieferung dann, wenn […] die Apotheke bei handschriftlicher Eintragung des ‚aut-idem-Kreuzes‘ durch den Arzt das von diesem verordnete Arzneimittel abgibt.“ Die Krux liegt hier im Punkt „durch den Arzt“. Denn besteht der Verdacht einer Rezeptfälschung, darf die Verordnung nicht beliefert werden. Außerdem muss das Kreuz kein Kreuz sein. „Es steht dem Arzt frei, wie er die zu markierenden Felder (zum Beispiel das aut-idem-Feld) kennzeichnet; zum Beispiel durch Ankreuzen, Durchstreichen, einen Punkt oder Kringel setzen. Entscheidend ist, dass eine Markierung des Feldes erfolgt.“

Hat der Arzt einen Austausch ausgeschlossen, aber der Patient wünscht diesen, kann dem nur nach Rücksprache mit dem Arzt und einer entsprechenden Änderung der Verordnung nachgekommen werden. Denn normalerweise kann nur der Arzt das Kreuz aufheben. Ist das verordnete und ausdrücklich abzugebene Arzneimittel nicht lieferbar, ist ebenfalls ein neues Rezept anzufordern oder das ausgestellte vom Arzt zu ändern.

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