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Achtung Grapefruit! APOTHEKE ADHOC, 13.08.2019 15:28 Uhr

Wechselwirkungen gibt es auch zwischen Grapefruit und oralen östrogenhaltigen Verhütungsmitteln oder Hormonersatzpräparaten: Da die Wirkung jedoch nicht abgeschwächt wird, ist der Verhütungsschutz nicht gefährdet. Durch die verstärkte Wirkung kommt es auf Dauer vielmehr zu einer Erhöhung des Hormonspiegels, der zu Beschwerden führen kann oder das Risiko für Thrombosen steigert. Patientinnen sollten daher unbedingt auf das bestehende Risiko hingewiesen werden.

Da es sich um eine Wechselwirkung im Gastrointestinaltrakt handelt, besteht das Risiko nur für Medikamente, die oral eingenommen beziehungsweise über eine Nasensonde verabreicht werden. Das Risiko ist von Person zu Person unterschiedlich und für jedes Medikament anders ausgeprägt. Bei manchen Personen reicht schon der einmalige Verzehr von grapefuithaltigen Lebensmitteln, bei anderen kommt es erst nach tage- oder wochenlangem Konsum zu schweren Wechselwirkungen.

Leider reicht es nicht aus, einen kurzen zeitlichen Abstand zwischen der Einnahme der betroffenen Medikamente und dem Verzehr von grapefruithaltigen Lebensmitteln einzuhalten: Der unerwünschte Effekt kann mehrere Tage andauern. Patienten, die die betroffenen Wirkstoffe regelmäßig einnehmen, sollten also am besten komplett auf die Grapefruit verzichten. Übrigens: Auch Pampelmusen, Pomelo oder Bitterorangen enthalten Furanocumarine. Letztere sind häufig in Marmeladen enthalten, demnach bieten nicht nur die Frucht selbst sowie Säfte oder Limonaden ein Risiko, sondern auch andere Lebensmittel. Es gilt also, die Aufmerksamkeit zu schärfen und öfter mal einen Blick auf die Zutatenliste zu werfen. Orangen hingegen haben keinen Effekt auf das Enzym und können daher bedenkenlos verzehrt werden.

* Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version wurde Naringin als Furanocumarin bezeichnet, wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

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