Neurologie

Spiele-App unterstützt Demenzforschung dpa, 23.12.2016 11:49 Uhr

Berlin - Es klingt ganz einfach: Seekarte einprägen und aus dem Kopf mit einem Boot den Weg abfahren. Nach einer guten Reise gibt es beim Spiel Sea Hero Quest drei Sterne als Belohnung. Was für 2,5 Millionen Menschen weltweit ein amüsantes Navigations-Spiel auf dem Handy ist, hat der Demenzforschung im Eiltempo große Datenberge verschafft. Für sie scheint nun ein großes Problem gelöst.

Bisher mangelte es an Normdaten über die räumliche Orientierung in verschiedenen Altersklassen. In welchem Alter können sich Menschen am besten orientieren? Und ab wann sind Orientierungsverluste ein ernstes Krankheitssymptom? Mit den umfangreichen Daten des Handy-Spiels lasse sich nun gesichert darauf schließen, welche Orientierungsleistungen in welchem Alter als normal angesehen werden können, sagt der stellvertretende Direktor der Klinik für Neurologie der Charité Berlin, Prof. Stephan Brandt. Ausgewertet wurden die Daten an Universitäten in London und Norwich.

Die Forscher fanden unter anderem heraus, dass 19-Jährige am besten navigieren können und das Ziel mit 74-prozentiger Wahrscheinlichkeit erreichten. Dagegen sank die Trefferquote auf durchschnittlich 46 Prozent bei den 75-Jährigen. „Demenz wird meist bei Menschen ab 60 Jahren diagnostiziert. Sie fängt aber schon viel früher an, man merkt es bloß nicht“, sagt Charité-Professor Brandt, der an der Auswertung der Daten nicht beteiligt war.

Seit Mai sei ein Datensatz entstanden, für den man mit Laborversuchen 9500 Jahre gebraucht hätte, teilt die Telekom als technischer Partner des Projekts mit. „Im nächsten Schritt können diese Daten die Möglichkeit geben, das Spiel bei der Diagnose von Demenz einzusetzen“, ergänzt Brandt. Demenz werde zwar vor allem mit dem Verlust des Gedächtnisses verbunden. „Sie wirkt sich aber auch auf die räumliche Orientierung aus – und irgendwann findet man den Supermarkt nicht mehr.“
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