Neue Studienergebnisse

Oxytocin: Beschleunigte Wundheilung durch Kuscheln

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Berlin -

Wunden heilen laut einer Studie der Universität Heidelberg und des Universitätsspitals Zürich besser, wenn Patient:innen zweimal täglich Oxytocin erhalten und zusätzlich kuscheln. Die Ergebnisse belegen, dass enge soziale Beziehungen nicht nur das Wohlbefinden steigern, sondern über neuroendokrine Wege auch die physische Regeneration fördern.

Diese randomisierte, doppelblinde und Placebo-kontrollierte klinische Studie mit dem Titel „Intranasal Oxytocin and Physical Intimacy for Dermatological Wound Healing and Neuroendocrine Stress“ untersuchte, ob die Kombination aus der Gabe von Oxytocin, dem sogenannten Bindungshormon und positiven Paarbeziehungen die körperliche Genesung verbessert.

Für die Analyse ließen sich 80 Paare, sprich 160 Teilnehmer:innen ließen sich unter kontrollierten Bedingungen standardisierte Hautwunden zufügen. Die Gruppe erhielt zweimal täglich Oxytocin oder ein Placebo. Zusätzlich sollten alle strukturierte positive Interaktionen mit ihrem Partner pflegen. Die Ergebnisse lieferten laut den Forschenden deutliche Hinweise darauf, dass psychosoziale Faktoren einen direkten Einfluss auf biologische Heilungsprozesse haben. So wurde die Wundheilung signifikant beschleunigt.

Stressreduktion fördert Heilung

Überprüft wurde das Ergebnis erstmalig nach 24 Stunden und dann sieben Tage nach der Verletzung. Ebenso mussten die Teilnehmenden die ganze Woche über Speichelproben abgeben. Daraus wurde der Gehalt an Cortisol gemessen.

Die Rolle von Intimität zeigte einen deutlichen Effekt: Paare, die über tägliche körperliche Zuneigung oder sexuelle Aktivität berichteten, in Kombination mit der Oxytocingabe, wiesen eine signifikant geringere Wundschwere auf. Zudem kam es zu einer deutlichen Stressreduktion, denn häufige sexuelle Aktivitäten waren mit einem niedrigeren Cortisolspiegel im Tagesverlauf verbunden. Mehr noch: Fehlte die Nähe zum Partner, war die Wundheilung trotz Oxytocin-Nasensprays nicht besser.

Oxytocin als Verstärker

„Diese Studie ergab, dass intimer körperlicher Kontakt die Cortisol-Reaktionen reduzieren und – zusammen mit der Verabreichung von Oxytocin – die Wundheilung fördern kann. Diese Ergebnisse bilden eine Grundlage für künftige Interventionen, die Beziehungsdynamiken und neurohormonelle Modulation integrieren, um die Gesundheit und die Genesung von Krankheiten zu verbessern“, so Erstautorin Ekaterina Schneider.

Sie betont zudem, dass Oxytocin eher als ein biologischer Verstärker (Social Amplifier) fungiert: Es intensiviere die positiven Auswirkungen einer stützenden Beziehung, anstatt selbst als direktes Medikament die Wundheilung anzuregen, sagt sie.

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